Koffer-Schild und Eintrittskarte fürs Krankenhaus

Die Freiberger Klinik hält trotz steigender Corona-Zahlen im Kreis an ihrem Sicherheits- und Hygienekonzept fest.

Freiberg.

Die zehn Betten auf Station 12 sind vorbereitet: Doch das Freiberger Kreiskrankenhaus (KKH) hat aktuell keine Corona-Patienten auf der Isolierstation. "Weder Patienten noch Mitarbeiter sind nachweislich infiziert." Laut Sprecherin Dr. Ulrike Träger liegt der Schwerpunkt derzeit auf Tests. "Seit Einführung der Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten am 6. August wurden 121 Personen auf Covid-19 getestet", berichtet sie. Darunter seien 27 Selbstzahler, also Personen, die einen Negativ-Nachweis etwa vor der Rückkehr aus dem Urlaub in Sachsen benötigen. "Lediglich zwei überraschte, weil symptomlose Urlaubsrückkehrer wurden in dieser Zeit positiv getestet."

Seit Eröffnung der Testambulanz wurden 761 Personen getestet. In letzter Zeit hätten die Freiberger vereinzelte Verdachtsfälle in ihrer Testambulanz gehabt, die "mit leichtem Grad" an Symptomen gekommen seien. "Aber alle Tests in der letzten Zeit waren negativ; aktuell suchen uns vorwiegend Personen auf, die einen Negativnachweis benötigen", betont Träger und weist auf den Unterschied gegenüber der ersten Zeit der Pandemie hin: "Das ist nicht vergleichbar mit der Situation im April; damals gab es wenige Corona-positive Einzelfälle, und es lag eine einstellige Zahl von Patienten auf der Intensivstation." Träger bezeichnet die Lage derzeit als entspannt, es sei keine Veränderung durch Reiserückkehrer erkennbar. Die Klinik halte an ihrem bewährten Konzept fest: Jeder Besucher muss einen Zettel mit Angaben zu Adresse und Gesundheitszustand abgeben. Das Formular, das auch auf der Internetseite heruntergeladen werden kann, gilt als Eintrittskarte: "Ohne sie, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektion kann man nicht auf Station."

Ambulante Corona-Tests werden im KKH Freiberg in der Notfallaufnahme für Infektionserkrankungen, erkennbar durch das Schild Roter Koffer, vorgenommen. Das Personal der Praxis für Allgemeinmedizin Dr. Roxana John betreut die Corona-Teststelle. Träger rät, bei Symptomen nicht sofort in die Ambulanz zu gehen: "Man sollte anrufen. Täglich ab 8 Uhr ist der Besuch nach Anmeldung unter 03731 77-1923 möglich." Getestet würden Reiserückkehrer aus Risikogebieten (binnen 72 Stunden nach Rückkehr, über die Krankenkasse abrechenbar) oder Personen, die den Negativ-Nachweis benötigen. Patienten mit Symptomen sollten sich an ihren Hausarzt wenden, der die Testung veranlasse. Täglich werden etwa drei bis vier Personen in Freiberg getestet; in den vergangenen Wochen lag die Spitze bei etwa 20 Personen an einem Tag.

Ein positives Ergebnis werde dem Gesundheitsamt mitgeteilt. "Die Behörde geht auf alle Kontaktpersonen zu. "Sollten sich Personen als Kontaktpersonen einer positiv-getesteten Person verstehen, können sie sich im Amt melden." (grit)


Zehn neue Fälle im Kreis nachgewiesen

Mit Stand vom Mittwoch ist die Anzahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Mittelsachsen um zehn gestiegen. Die Neuinfizierten verteilen sich mit einer Person auf den Altkreis Döbeln, fünf auf den Altkreis Mittweida und vier auf den Altkreis Freiberg. Darüber hat das Landratsamt informiert. Damit liegt die Anzahl derer im Kreis seit März positiv auf das Virus Getesteten bei 381. Quarantäne-Bescheide wurden für 1840 Personen ausgestellt, 1576 haben die Quarantäne verlassen. (mick)

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.