Kommt der "Bergmönch" zurück?

Ceskojíretinský Spolek und Heimatgeschichtsverein Rechenberg-Bienenmühle stoßen auf Bergmannsoper

Freiberg/Cesky Jiretin.

Die Arbeit des Ceskojíretinský Spolek (Georgendorfer Verein - Verein zur Belebung der Erzgebirgsregion) und des Heimatgeschichtsvereins Rechenberg-Bienenmühle war 2017 weitläufig bekannt worden, als den Geschichtsenthusiasten nach 74 Jahren die Wiederbelebung der 1880 gegründeten "Erzgebirgszeitung" gelang. Im Rahmen ihrer Arbeit im sächsisch-böhmischen Grenzraum stießen die Mitstreiter nun unlängst auf eine ungewöhnliche Sache - eine Bergmannsoper.

Möglicherweise ist diese Oper - der "Bergmönch" von Joseph Wolfram - überhaupt die einzige Oper, in der Bergleute die Hauptrolle spielen. Das Projekt ist bereits ausformuliert: Petr Fiser, Hauptakteur des Ceskojiretinsky Spolek, weilte dazu in der Geschäftsstelle der Euroregion Erzgebirge, um es der neuen Geschäftsführerin Veronika Jahn vorzustellen. Mit dabei war der junge Teplitzer Komponist Matous Pavlis, der gemeinsam mit Jan Zastera, Leiter der Musikkapelle der Prager Burg, die Wiedergeburt des "Bergmönch" inszenieren möchte. Als mögliche Spielstätten gelten 2021 das Freiberger Stadttheater, Marienberg, Schloss Eisenberg und das Theater Teplitz. Bis dahin ist laut den Initiatoren eine Menge Vorbereitung und vor allem die Absicherung der Finanzierung notwendig.

Zum geschichtlichen Hintergrund: "Der Bergmönch" stammt vom Teplitzer Komponisten Joseph Wolfram (1789-1839). In der Oper verwob Wolfram Geschichten aus dem Erzgebirge, die er auf den Plätzen der Stadt gehört hatte.

Die Hauptrolle der zweistündigen Geschichte in drei Akten ist der redliche Bergmann Michael, welcher vom Steiger innerhalb der einsturzgefährdeten Mine zum Schweigen gebracht werden soll - aber irgendwie noch vom guten Berggeist gerettet wird. Die inoffizielle Erstaufführung fand seinerzeit in Teplitz, die offizielle dann 1826 im Ständetheater zu Prag statt. Die Werke Wolframs lockten seinerzeit Gäste wie Kaiser Franz I., Alexander von Humboldt und Musiker Paganini in den "Salon Europas". (ulbrs)

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