Konzept für moderne Schulspeisung im Visier

Das Thema steht lange auf der Agenda der Stadt Brand-Erbisdorf. Nun sollen die Planungen für die Neugestaltung der Mensa anlaufen.

Brand-Erbisdorf.

Einig sind sich alle: Für die Schulspeisung an der Brander Oberschule muss etwas getan werden. Es herrscht Treppenhausatmosphäre, wenn die Schüler ihr Mittagessen im Untergeschoss des Hauses einnehmen. Eine Rückzugsmöglichkeit fehlt - ein moderner Raum wie eine geeignete Essensausgabe. Auch der Brandschutz in dem Bereich soll nicht den Anforderungen entsprechen. Mehrere Debatten im Stadtrat bis hin zu einem Antrag von Abgeordneten hat es zu dem Thema gegeben - das sich seit Jahren hinzieht. Nun könnte Bewegung in die Problematik kommen.

Im jüngsten Stadtrat - dem letzten in der Besetzung der zurückliegenden Wahlperiode - einigten sich die Stadträte darauf, Planungsleistungen für den Umbau und die Sanierung der Schulspeisung, einer dazugehörigen Freiterrasse sowie für den Brandschutz zu vergeben. Mit 18 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Nein-Stimme sprach sich der Stadtrat für ein Honorar von rund 36.600 Euro für die Planungsleistungen aus. Erstellt werden sie vom Büro Sporbert Architekten GmbH in Frankenberg. Einem weiteren Beschlussteil - außerdem insgesamt 160.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 zur Umsetzung der Maßnahme freizugeben - verschloss sich der Stadtrat.


Zunächst jedoch entspann sich eine Debatte um die Frage von Stadtrat Rico Willomitzer, ob das Frankenberger Büro das richtige für die Aufgabe sei. Beim inzwischen abgeschlossenen Anbau an die Oberschule, die das Architekturbüro ebenfalls federführend begleitete, habe es Nachträge seitens des Planers gegeben.

Laut Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos) kennt das Frankenberger Büro das Thema Schulspeisung gut und hat bereits eine Studie erarbeitet. Der OB räumte aber ein, dass die Stadt den Architekten "beim Schulanbau nicht immer gut begleitet hat". Laut Stadtrat Manfred Klimczak sollte der Vertrag so geschlossen werden, dass Nachforderungen ausbleiben, worauf Bauamtschef Dierk Schülke auf geltende Honorarordnungen aufmerksam machte, die für derartige Verträge angewandt werden.

Kritik - die schließlich zur Streichung führte - erntete der zweite Teil des Beschlusses, bei dem es um die Finanzen zur Realisierung des Projektes ging. Unter anderem Stadtrat Uwe-Karsten Rauh forderte eine Erklärung zu der im Text angesetzten Summe von 160.000 Euro, die 2019 und 2020 aus Haushaltsmitteln bereitgestellt werden solle. Skepsis im Gremium löste die Erklärung Dierk Schülkes aus, dass dies die Kostenberechnung des Architekten sei, um die Schulspeisung auf Vordermann zu bringen. Es fehle jedoch noch die konkrete Einzelberechnung. Zudem erläuterte Schülke, dass Geld für die Maßnahme bereits durch Fördermittel bereitstehe, unter anderem über die Stadtkernsanierung sowie das sogenannte Investkraftpaket. Die Stadt müsse jedoch auch einen Eigenanteil aufbringen. Stadtrat Wolfgang Franke fasste die Skepsis einiger Stadträte, die zum Absetzen des Beschlusstextes führte, mit den Worten zusammen: "Die Stadt kann nicht vermitteln, dass die Zahlen real sind."

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