Konzept gibt dem Museum sein Gesicht

Die künftige Silbermannausstellung in Frauenstein soll sich auch an junge Leute wenden. Der Stadtrat vergab den Auftrag.

Frauenstein.

Was kann ein modernes Museum über einen Orgelbauer erzählen, der schon vor 266 Jahren starb? Und vor allem: Wie spannend kann man das außergewöhnliche Wirken von Gottfried Silbermann - jenem berühmten sächsischen Orgelbauer - für Kinder aufbereiten? Diese und viele andere Fragen kann eine Konzeption darstellen, die im Atelier n.4 von Barbara Graupner aus dem Flöhaer Ortsteil Falkenau entstehen wird. Das Atelier der De-signerin hat jetzt vom Frauensteiner Stadtrat den Zuschlag für den Auftrag "Ausstellung, Grafik, Medientechnik" im Umfang von rund 152.800 Euro erhalten. Laut dem Frauensteiner Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) setzt die Stadt dabei auf eine Förderung von 80 Prozent.

Hinter dem nüchternen Auftrag steckt ein sehr kreatives Projekt, denn die Konzeption legt quasi den Grundstein für das "Gesicht" des neuen Silbermannmuseums. Es erhält sein künftiges Domizil direkt am Markt neben der Frauensteiner Grundschule. "Drei Teile bilden das Gerüst der Konzeption. Es sind Museumspädagogik, die Ausstattung und Gestaltung des Museums an sich sowie die Medientechnik. Sie ist die Grundlage auch für visuelle Darstellungen, die im Museum angedacht sind", erklärte der Bürgermeister den Stadträten in der jüngsten Stadtratssitzung vor der Beschlussfassung. Stadtrat Horst Schneider fragte an, ob sich das Museum künftig auch an neue Besuchergruppen wendet und auch eine Mehrsprachigkeit anbietet? Laut Bürgermeister ist das vorgesehen, ebenso wie Angebote im Museum für Schülergruppen.

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Steht dann die Konzeption für das neu zu gestaltende Museum - das neben der Ausstellung zu Gottfried Silbermann auch die Stadtgeschichte Frauensteins aufzeigen soll - geht es auf dieser Basis an die Ausstattung der Räumlichkeiten. Dafür hat er Stadtrat nun ebenfalls den Weg freigemacht. Für insgesamt 240.000 Euro können die Räumlichkeiten eingerichtet werden, wie das Gremium beschloss. "Der Antrag auf eine 80-prozentige Förderung über Leader ist gestellt", sagte Reiner Hentschel am Donnerstag.

In der Vergangenheit entstanden bereits Studien über möglichen Einrichtungsvarianten im Planungsbüro, das den Auftrag zum Ausbau des künftigen Museums am Markt 4 in Frauenstein hat. Schwerpunkt dabei ist die Kopie einer Silbermannorgel. Sie wird voraussichtlich ihren Platz in einem Konzertsaal finden. Auf dessen Empore könnte die Ausstellung zum Orgelbauer, der in Kleinbobritzsch geboren wurde und seine ersten Arbeitsjahre in Frauenstein verbrachte, Platz finden.

Laut Bürgermeister ist inzwischen auch klar, dass sich der Kulturraum Erzgebirge finanziell am Mobiliar des Museums beteiligt. Insgesamt 50.000 Euro umfasst dieser Teil. Die Stadt erhält laut Hentschel 24.700 Euro und trägt den anderen Teil selbst.

Die Kosten für den Umbau des Hauses Markt 4 betragen insgesamt 1,55 Millionen Euro, zwei Drittel dieser Summe bekommt die Stadt gefördert.

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