Konzept soll Zukunft von Seiffener Reifendrehern sichern

Der Traditionsberuf wird derzeit im Spielzeugdorf nicht mehr ausgebildet. Im Museum sind noch zwei Meister angestellt. Für die Einrichtung wird nun ein neuer Plan erarbeitet.

Seiffen.

Es geht um ein Seiffener Alleinstellungsmerkmal: Die Reifendreherei hat das Spielzeugdorf weit über die Grenzen des Erzgebirges bekannt gemacht. Doch die Zukunft des Traditionsberufs ist ungewiss. In Seiffen gibt es kaum noch Firmen, die die Reifentiere herstellen. Der Beruf des Reifendrehers wird aktuell im Ort gar nicht mehr ausgebildet. Im Freilichtmuseum halten zudem zwei Reifendrehmeister den Beruf am Leben. Doch genau da herrscht aus Sicht der FDP-Fraktion im Gemeinderat dringender Handlungsbedarf.

Die Liberalen brachten deshalb zur jüngsten Sitzung einen Antrag zur "Optimierung und Zukunftsfähigkeit der Museen" im Ort ein. Die konkrete Forderung der FDP-Gemeinderäte: Ein neuer Ausschuss soll ein Zukunftskonzept für die zwei Seiffener Museumsstandorte erarbeiten. "Wir haben mit einem Rückgang der Besucherzahlen zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund brauchen wir einen Plan, um die Einrichtung zukunftsfähig zu machen", begründete Carmen Günther die Initiative der Liberalen. Grundsätzlich gelte es, Einrichtung und Traditionsberuf zu erhalten. "Dazu müssen wir neue Wege finden und entscheiden, ob wir im Museum auf Tradition oder digitale Angebote setzen wollen", so Carmen Günther.

Unterstützung unterhielt Carmen Günther von ihrem Fraktionskollegen Michael Bock: Viele andere Projekte seien in der Vergangenheit zurückgestellt worden, da das Geld in die Museen floss. "Diese Quersubventionierung ist der falsche Weg und wir sollten sie herunterfahren." Stattdessen müsse es künftig gelingen, "Wiederholungstätern" einen Grund zu geben, die Museen immer wieder zu besuchen, so der FDP-Mann. Einige Gemeinderäte äußerten jedoch Bedenken an der Initiative der Liberalen. Steigende Besucherzahlen und die damit verbundene Mehreinnahmen könnten zu einer Kürzung der Fördermittel seitens der Kulturraumförderung des Landkreises führen.

Dem widersprach Museumsleiter Dr. Konrad Auerbach. Die Förderung ist nicht an die Eintrittszahlen gebunden, sondern an die Leistungen und Angebote der Einrichtungen. Allerdings seien die Auflagen des Kulturraums zur Förderung in den zurückliegenden Jahren fortlaufend gestiegen. Das bestätigt Maja Dahms. Bemessungsgrundlage für die Förderung seien ausschließlich die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben der Einrichtung, sofern diese die satzungsgemäßen Zwecke erfüllen, so die Leiterin des Kultursekretariats: "Steigende Einnahmen durch Eintrittsgelder sind hingegen vollständig zur Finanzierung der Einrichtung anzugeben."

Seiffens Bürgermeister Martin Wittig (CDU) zeigte sich offen für die Initiative aus der FDP-Fraktion: "Ein eigener Ausschuss gibt dem Anliegen eine größere Gewichtung als die Bildung einer Arbeitsgruppe." Dazu müsse jedoch zunächst die Geschäftsordnung des Gremiums geändert werden. Allerdings hatte Wittig noch einen Zusatz für das Vorhaben: Der Ausschuss soll nicht nur für die Museen einen Plan, sondern generell ein neues Tourismuskonzept für die Gemeinde erarbeiten.

Der neue Ausschuss soll sich bis zum Jahresende konstituieren. Vorgesehen ist, dass neben je einem Gemeinderat pro Fraktion auch Museumsleiter Konrad Auerbach sowie Vertreter des Fördervereins sowie des Tourismusverbandes Erzgebirge dem Gremium angehören. Das Zukunftskonzept soll bis Ende 2020 erarbeitet werden.

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