Kriminelles Trio kommt ohne neue Strafe davon

Junge Männer verübten Diebstähle in Freiberg und Brand-Erbisdorf

Freiberg.

Der Älteste von ihnen ist jetzt 38 Jahre alt, ein Zweiter 24, der Dritte im Bunde 21. Sie mussten sich vor dem hiesigen Amtsgericht für insgesamt zwölf Straftaten verantworten, die sie im Sommer 2015 gemeinsam begangen haben sollen. Oberstaatsanwalt Bernd Vogel klagte sie des gemeinschaftlichen Diebstahls, einzeln begangener Diebstähle sowie damit im Zusammenhang stehender Fälle von Sachbeschädigung und Begünstigung an.

Ihr bevorzugtes Ziel war ein Mehrfamilienhaus in der Maxim-Gorki-Straße in Freiberg, in dem einer der Angeklagten früher wohnte. Insgesamt fünfmal waren sie dort, brachen Vorhängeschlösser auf, mit denen die Hausbewohner ihre Kellerräume gesichert hatten. Sie stahlen elektrische und mechanische Werkzeuge, aber auch Gedenkmünzen und Rucksäcke. Bei anderen Einbrüchen in Freiberg erbeuteten sie neben Werkzeugen eine Gitarre und diverses Kochzubehör. Der 24-Jährige entwendete zudem zwei Mountainbikes. In Brand-Erbisdorf war das Trio ebenfalls aktiv.

Die Angeklagten sind keine unbeschriebenen Blätter. Zwei von ihnen befinden sich zurzeit im Strafvollzug, einer davon noch bis Mai 2021. Er war im Oktober 2016 an einer Gefangenenmeuterei in der Justizvollzugsanstalt Zwickau beteiligt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Auch ein Zweiter befindet sich in Haft. Der Jüngste ist gerade erst aus dem Strafvollzug entlassen worden. Für sie alle waren das nicht die ersten Sanktionen. Drogensucht führte schon vor Jahren zu Eigentumsdelikten.

Schon vor 2015 hatte jeder von ihnen ähnliche Taten auf dem Kerbholz. Zum Zeitpunkt der damaligen Verurteilung waren die jetzt angeklagten Delikte zwar schon geschehen, aber der Justiz noch nicht bekannt. Wäre dies der Fall gewesen, so hätte das nach Auffassung der am Prozess beteiligten Juristen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Strafmaß gehabt. Aus diesem Grund und unter Berücksichtigung der Geständnisse der jungen Männer stellte das Gericht auf Antrag des Staatsanwaltes gemäß Paragraf 254 der Strafprozessordnung ein. Das geschieht in der Regel, wenn die für die gegenwärtig angeklagten Taten zu erwartende Strafe neben der bereits verhängten nicht beträchtlich ins Gewichtfällt. Verfahren 5 Ls 473 Js 34424/15 jug (4)

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