Krimis am laufenden Band

Der dritte Teil der Rügen-Reihe von Autorin Sylvia Voigt aus Freiberg ist auf dem Markt. Diesmal ist es das hiesige Bier, was für Turbulenzen sorgt. Dazu kommen Reibereien, die mancher kennen dürfte.

Freiberg.

Wenn Gartenlauben in Flammen aufgehen, ältere und alleinstehende Frauen verschwinden und eine Leiche auftaucht, die von niemandem vermisst wird, ist man mitten drin in "Rügener Inferno", dem dritten Teil der Krimireihe von Sylvia Voigt. Wie in den ersten beiden Büchern dreht es sich wieder um Kommissarin Jessica Burmeister und ihre Kollegen. Dabei steht die Kriminalgeschichte für sich allein; man braucht keine Vorkenntnisse.

Während in "Rügener Haie" die Freiberger Eierschecke eine Rolle spielt, ist es diesmal das Freiberger Bier. "Andy Bollermann, ein junger Kollege, bringt sämtliche Sorten Freiberger Bier mit nach Rügen", verrät Voigt. "Tüchtig angeheitert, bekommen die Ermittler dann eines Abends Ärger mit der Polizei."

Mit dem Verkauf der ersten Bücher zeigt sich die 56-Jährige sehr zufrieden. Sie habe nicht nur Leser aus Freiberg. In einer Buchhandlung in Sassnitz fragten auch immer wieder Touristen nach ihren Krimis, erzählt sie.

Der Schardt-Verlag, der die Bücher der Freiberger Autorin verlegt, hat Dutzende Städte- und Regio-Krimis aus ganz Deutschland im Repertoire. Sylvia Voigt bedient die Insel Rügen: 2016 das Debüt, 2017 Teil 2, 2018 Teil 3. Konkrete Verkaufszahlen will sie nicht nennen, es sei eine stattliche Zahl im vierstelligen Bereich. "Die Nachfrage ist mittlerweile so groß, dass es ab und an Schwierigkeiten gibt, nachzuliefern."

Bei den Lesern komme gut an, wenn sie Bezüge zu aktuellen Ereignissen einfließen lässt. Zum Beispiel greift Voigt die Nachricht auf, dass im Restaurant "Oma's Küche" in Binz auf Rügen Kinder unter 14 Jahren ab 17 Uhr nicht mehr erwünscht seien. Es gehe dabei gegen ignorante Eltern, die ihren Nachwuchs nicht im Griff haben, erklärte der Gastwirt Rudolf Markl im August in einem Focus-Online-Bericht. "Auch Burmeister ist in ihren Ansichten eher konservativ", erläutert Voigt. "Welche Meinung der Leser dazu hat, ist egal. Das Thema zählt." Einen Bezug zur realen Arbeitswelt stellt sie mit der von Abneigung geprägten Beziehung zwischen Burmeister und ihrer Vorgesetzten her. Die Chefin sei "ein Paradebeispiel dafür, wie man es mit unterbelichtetem Verstand weit nach oben bringen kann", zitiert die Autorin.

Viele Stunden ihrer Freizeit investiert die gelernte Sekretärin ins Schreiben. "An Wochenenden arbeite ich mal vier, fünf Stunden daran, aber dann ist mein Kopf leer. An anderen Tagen brauche ich den Laptop gar nicht aufklappen", erzählt sie. Den vierten Teil hat Voigt schon fertig. "Darin wird Burmeister in Freiberg und im Erzgebirge zu Gast sein", verrät sie. Und schon arbeitet sie am fünften Teil. Demnächst will sie zu einer Lesung aus "Rügener Inferno" einladen. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Das Buch "Rügener Inferno" ist im Handel erhältlich und kann in Kürze auch im Shop der "Freien Presse" am Obermarkt bestellt werden. Preis: 12,80 Euro, ISBN: 3961521859

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1Kommentare
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    1461114
    12.11.2018

    "Einen Bezug zur realen Arbeitswelt stellt sie mit der von Abneigung geprägten Beziehung zwischen Burmeister und ihrer Vorgesetzten her. Die Chefin sei "ein Paradebeispiel dafür, wie man es mit unterbelichtetem Verstand weit nach oben bringen kann", zitiert die Autorin."... ein Schelm, der Böses dabei denkt. Wer die "Autorin" über Jahrzehnte hinweg erleben durfte, weiß, was sie damit sagen möchte.



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