Krüger verteidigt Vorgehen bei Edeka

OB: "Interessenpolitik schadet auf Dauer unserer Stadt"

Freiberg.

In der Debatte über eine mögliche Ansiedlung eines Edeka-Großmarkts an der Leipziger Straße in Freiberg hat Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) versichert, die Stadt werde ein faires und den Gesetzen entsprechendes Genehmigungsverfahren gewährleisten, da es unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen gebe. "Wir nehmen die Hinweise des Gewerbevereins ernst, aber genauso auch die der Bürger unserer Stadt", sagte Krüger mit Blick auf das Votum bei einer Mitgliederversammlung des Gewerbevereins, bei der sich alle anwesenden Händler gegen die Pläne ausgesprochen hatten.

"Bei der Bürgerveranstaltung im Münzbachtal waren in der letzten Woche mehr als 50 Personen da, die sich mehrheitlich für den Edeka-Markt ausgesprochen haben", entgegnet nun der OB auf Anfrage. Im Genehmigungsverfahren könne jeder Einwohner und auch die Interessenvertretung der Händler ihre Stellungnahme abgeben, die dann geprüft werde. Krüger: "Die Stadt Freiberg besteht nicht nur aus der Altstadt oder nur aus dem Gebiet an der Leipziger Straße, sondern die Verwaltung und die Stadträte haben die Verantwortung, für alle 42.000 Freiberger die bestmögliche Entscheidung zu treffen." Eine gewichtige Frage sei, wie Edeka zum Beispiel mit dem Standort Unicent reagiere? Krüger: "Eine Frage, die insbesondere auch die Bewohner des Wasserbergs erheblich beschäftigt."

Für die Belebung der Innenstadt sei mit vielen Akteuren, mit viel Zeit, Ideen und Geld einiges auf den Weg gebracht worden. "Ich möchte an den Diskurs um das Parkhaus Altstadt erinnern, das der Gewerbeverein vehement gefordert und auch unterstützt hat", so Krüger. Aber auch beim Parkhaus habe es viele Gegenstimmen gegeben. "Hier haben die Stadträte lange beraten, abgewogen und auch erhebliche Kritik ertragen müssen." Aus heutiger Sicht sei die damalige Entscheidung richtig gewesen. "Unsere Demokratie lebt von einem fairen Austausch der Argumente und einem rechtsstaatlichen Verfahren", sagte Krüger. "So wird es auch hier sein, alles andere wäre falsche Interessenpolitik. Das schadet auf Dauer unserer Stadt."

Stadtrat Der Beschluss über die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes V 026 "Edeka-Markt Leipziger Straße" steht auf der Tagesordnung der Sitzung am Donnerstag im Ratssaal im Rathaus am Obermarkt. Die Sitzung beginnt 16 Uhr.

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1Kommentare
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    franzudo2013
    01.09.2018

    Das verstehe ich nicht. Wenn Freiberg schon viel Märkte und Verkaufsfläche hat und das Unicent auf eine Wiederbelebung wartet, dann macht doch ein Neubau auf der grünen Wiese erst Recht keinen Sinn ? Dann wird es noch mehr Verkaufsfläche. Soll Edeka sich doch um das Unicent kümmern statt die Stadt mit dem Bebauungsplan unter Druck zu setzen. Am Ende haben alle Händler zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.



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