Künstlerparadies in der Ruhe eines Gartens

Ab 1. August öffnet Peter Wolf in Frauenstein sein Atelier für Gäste. Zusammen mit dem Künstlerehepaar Gille im nahen Hofefeld und einer neuen Galerie am Markt könnte es ein Ausstellungsspaziergang werden.

Frauenstein.

Hinter der Mauer der Freiberger Straße 28 in Frauenstein verbirgt sich ein kleines Künstlerparadies. Von den vorbeifahrenden Autos hört man hier nur wenig, und selbst das wird immer leiser, je mehr man sich in die Welt des Peter Wolf begibt. Sein Garten ist ein einziger Ausstellungsraum geworden. Auf der Wiese, neben Blumen und auf kleinen Treppen stehen oder sitzen teils lebensgroße Skulpturen. Beinah geometrisch geformt sind die meisten, wirken zunächst kantig, bevor sie sich im Auge des Betrachters zu etwas fließendem, nahezu lebendigem formen.

"Durch Weglassen und Abstrahieren will ich zu des Pudels Kern vorstoßen", nennt das Peter Wolf. Der Mann mit dem breitkrempigen Hut steht inmitten seiner Schöpfungen und erläutert dem Besucher Idee und Anliegen. Geboren 1960 in Glashütte, stand sein Elternhaus dennoch in Frauenstein. Maschinenschlosser lernte er zunächst, und es riss ihn fort von der Heimat. Fachwerkhäuser interessierten ihn. Er kam nach Quedlinburg, wo er zwei historische Gebäude rekonstruierte. "Irgendwann wollte ich nicht mehr Sachen reparieren, die andere kaputt gemacht haben, sondern Dinge, die dann, von mir aus, andere wieder kaputt machen können", beschreibt er seine Entwicklung. Kunst, so sagt er, habe ihn als Kind sehr interessiert. Doch wurde sie später von der Leidenschaft für Motorräder verdrängt. Auch diese Phase ging vorbei. In Quedlinburg nahm die Liebe zur Kunst wieder Anlauf, auch wenn er zunächst das Töpferhandwerk erlernte.

Das Material, meint er, dass dafür verwendet wird, fand er gut, aber nicht unbedingt die zu schaffenden Tassen oder Teller. Er begann, Genormtes, Standardisiertes auseinanderzunehmen, neu zusammenzusetzen. Nach der Wende fing er zwar neu an mit einer eigenen Töpferei, ging dann aber schnell in Richtung Bildhauerkunst. Erste Werke wurden geschaffen, Ausstellungen von ihm bestückt. 2011 dann eine Neubesinnung. Seine Frau hatte sich in das Land seiner Kindheit und Jugend, die Frauensteiner Region, verliebt. Und auch er selbst lernte, das einst Verschmähte mit anderen Augen zu sehen. So kam es, dass sie 2011 beide in sein Elternhaus zogen. Seither wird dieses Stück für Stück in eine Künstlerwerkstatt umgebaut. Aus einer Doppelgarage wurde ein kleiner Schauraum, gleich daneben entstand die Werkstatt mit Brennofen und Atelier.

Ab dem kommenden Samstag, dem 1. August, öffnet Peter Wolf Garten und Atelier allen interessierten Gästen und potenziellen Käufern seiner Kunst. Immer Samstag und Sonntag kann man das Areal in der Zeit von 11 bis 18 Uhr besuchen, ins Gespräch kommen oder einfach nur schauen.

In der Galerie hängen neben den Skulpturen Wolfs derzeit Bilder des Dresdners Alabaster Becher, die sich dem Thema Chaos und Ordnung in spannender und neuer Form widmen. Die Öffnung seines Gartens soll vom kommenden Jahr an immer vom letzten Mai- bis zum letzten Augustwochenende gehen. Damit schließt sich Wolf dem Rhythmus des Künstlerpaares Gille im nahen Hofefeld an, die ebenfalls in jenem Zeitraum ausstellen.

Mit einer am Frauensteiner Markt neu hinzu gekommenen Galerie könne man vor allem Besuchern, die von etwas weiter her kommen, einen Ausstellungsspaziergang anbieten. Man solle beim Betrachten seiner Werke nicht mehr die Figur sehen, sondern nur noch die Komposition, so Wolf. In der Ruhe seines Gartens wird dies möglich.

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