Landesamt räumt Fehler ein

Hetzdorf ist tagelang nicht erreichbar gewesen. Jetzt stehen "Anlieger frei"-Schilder. Und die Polizei soll weiter kontrollieren.

Hetzdorf.

Der B-173-Bau in Hetzdorf bleibt ein Thema. Nach Kritik von Anliegern, Gemeinde und Reha-Klinik hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gestern Fehler eingeräumt. Laut Sprecherin Isabel Siebert war es aus heutiger Sicht "unglücklich", dass die Vollsperrung zunächst ohne Zusatzschild "Anlieger frei" angeordnet wurde. Allerdings betonte sie, dass der Zusatz "Anlieger frei" erfahrungsgemäß dafür sorge, dass die Vollsperrung faktisch von allen ignoriert wird und der Baubetrieb unter ständiger Unfallgefahr und starken Behinderungen arbeiten muss.

Siebert: "Das ist regelmäßig ein großes Dilemma für uns und die Baubetriebe." Einerseits sollten Anlieger und Ortsansässige so wenig wie möglich behindert werden. Andererseits sei Baufreiheit nötig, um unfallfrei und termingerecht bauen zu können. Siebert: "Würden sich tatsächlich nur Anlieger in das Baufeld begeben, wäre das sicher auch handhabbar. Aber der rege Missbrauch dieser Regelung macht ein vertrauensvolles Miteinander wirklich schwer." Anlieger und Gemeinde sollten auf solche Missbräuche reagieren. Zudem hoffe das Landesamt auf weitere Kontrollen durch Polizei und Ordnungsbehörden.

Die Kritik von Bürgermeister Andreas Beger (CDU), im Vorfeld der Baumaßnahme nicht informiert worden zu sein, weist die Lasuv-Sprecherin zurück. Im September 2016 habe das Landesamt mitgeteilt, dass die Fahrbahn der B 173 zwischen Freiberg und der Kreisgrenze bei Hetzdorf erneuert wird. Siebert: "Dass erst Mitte März zum konkreten Bauablauf informiert werden konnte, liegt in der Natur der Sache, da er eben erst jetzt abgestimmt mit Baubetrieb vorlag."

Die Kritik der Gemeinde, in der Vorbereitung nicht bezüglich der Gehwege angefragt worden zu sein, sei nachvollziehbar. Ein etwaiger Um- und Ausbau von Gehwegen sei aber im Zuge von reinen Fahrbahnerneuerungen durch das Lasuv nicht möglich - wegen Planungsbedarf, Flächenankauf, Baurechtserlangung. "Eine Erneuerung bestehender Gehwege ist überdies in eigener Zuständigkeit der Kommune auch unabhängig von der Fahrbahn jederzeit möglich", so Siebert.

Auch Klinik und Anlieger hatten sich über fehlende Informationen im Vorfeld beklagt. Das sieht das Lasuv anders. Die Klinik und andere Anlieger seien durch den Baubetrieb informiert worden. "Für die Betroffenen gefühlt sicher spät, jedoch ist dies auch erst nach erfolgreicher Abstimmung mit allen Mitwirkenden (einschließlich Verkehrsbehörde) verlässlich möglich", sagt Siebert.

Laut Landratsamt ist für die B 173 eine Umleitung über Tharandt, Grillenburg bis Naundorf ausgeschildert. "An allen Zufahrten wurde mit großen Plantafeln auf die Sperrung hingewiesen", sagt Kreissprecherin Cornelia Kluge. Zusätzlich seien Sackgassenschilder aufgestellt worden. Kluge begründete die zeitweise Vollsperrung: "Beim Abfräsen der Straße wird zum Teil mit sehr großen Maschinen gearbeitet. Das geht nicht mit halbseitiger Sperrung." Die Kraftfahrer würden sonst großen Gefahren ausgesetzt und Fahrzeuge beschädigt werden. Die Zufahrt nach Hetzdorf sei in dieser Zeit deshalb nur nach Arbeitsschluss und für Rettungsfahrzeuge möglich gewesen. Nach Abschluss der Fräsarbeiten seien "Anlieger frei"-Schilder angebracht worden. Die Klinik sei von Mohorn-Grund aus jederzeit erreichbar, sagte gestern ein Leser, der derzeit zur Reha in Hetzdorf ist.

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