Landkreis lehnt längere Kita-Öffnung nicht ab

Pressesprecher äußert sich zu Bedenken wegen höherer Kosten - "Lebenshilfe" hofft auf positiven Bescheid

Brand-Erbisdorf/Freiberg.

Der Landkreis lehnt das Vorhaben der "Lebenshilfe" Freiberg, die Öffnungszeiten der integrativen Kindertagesstätte "Sonnenland" in Brand-Erbisdorf zu verlängern, nicht ab. Das erklärte Landkreissprecher André Kaiser gestern. Das letzte Wort hat jetzt das Landesjugendamt.

Die Kita "Sonnenland" in der Brander Jahnstraße öffnet ab Montag nach umfassender Sanierung wieder. Sie möchte nun für die Eltern ihrer Krippen- und Kindergartenkinder noch familienfreundlicher werden. Deshalb streben die Verantwortlichen an, die integrative Einrichtung wochentags bei Bedarf von 5.30 bis 19 Uhr zu öffnen. Gedacht ist das Angebot laut Diana Richter, stellvertretende Geschäftsführerin der "Lebenshilfe", nicht dazu, dass Kinder generell länger in der Einrichtung blieben. "Wir wollen vor allem Eltern, die im Schichtsystem arbeiten, damit helfen", sagt sie. So könnten die Kinder beispielsweise erst mittags in die Kita kommen, wenn Mutter oder Vater Spätschicht hätten. "Sie bekommen dann am Nachmittag ebenfalls ein pädagogisches Angebot wie die anderen Kinder am Morgen", erläutert sie. Zudem soll ein Abendessen angeboten werden.

Die Stadt Brand-Erbisdorf hat dem Vorhaben der "Lebenshilfe" zugestimmt. Der Landkreis allerdings sei mit dem Kita-Träger nicht im Einvernehmen, wie es laut Richter der "Lebenshilfe" schriftlich vorliegt.

Der Landkreis begründet seine Darstellung damit, dass laut sächsischem Kita-Gesetz "die Öffnungszeiten vom Träger der Kindertageseinrichtung in Abstimmung mit dem Elternrat, der Gemeinde und dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe festgelegt" werden. Es sei eine Abstimmung erfolgt, bei der das hiesige Jugendamt Bedenken im Hinblick auf mögliche Kostensteigerungen der Betriebs- und Personalkosten geäußert habe, so der Landkreis. Allerdings liege die finale Entscheidung nicht beim Jugendamt Mittelsachsen, so die Pressestelle des Landkreises. Kostensteigerungen würden nur bei der Übernahme der Elternbeiträge beim Landkreis anfallen und nicht generell. Der Landkreis habe gegenüber dem Träger zudem schriftlich kommuniziert, dass die Einrichtung als bedarfsnotwendig ausgewiesen sei. Der Landkreis begrüße "die Bemühungen des Kita-Trägers ,Lebenshilfe', ein erweitertes Angebot der Kindertagesbetreuung entsprechend dem Bedarfe zu gewährleisten und sicher stellen zu wollen. Das heißt, wir lehnen das Vorhaben nicht ab", so Kaiser.

Die "Lebenshilfe" wartet seit längerem auf die Entscheidung, die nun das Landesjugendamt treffen soll.

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