"Langenauer Spatzen" von heute reisen in die Vergangenheit

Mit einem Tag der offenen Tür am Samstag wird an die Geschichte der Einrichtung erinnert. 22 Eltern haben dafür in ihren alten Fotoalben gekramt.

Langenau.

Leni ist ein Papagei. Das heißt, nicht wirklich. Aber das Federtier ist Symbol des kleinen Mädchens, das mit vielen anderen Kindern zusammen in der Awo-Kindertagesstätte "Langenauer Spatzen" spielt und die Tage verbringt. In dem großen Spielzimmer unter einem hohen Dach tollt sie mit ihren Altersgenossen umher. Ihr Papagei-Schild steckt auf einer Tafel und zeigt an, dass sie gemeinsam mit zwei anderen Kindern - einem Löwen und einem Zebra - in einem Bereich des Raumes spielen kann, der lediglich für drei kleine Personen ausgelegt ist.

Darüber, dass das eingehalten wird, wacht Lydia Just. Die Erzieherin ist seit 2009 bei den "Spatzen", kam zu einer Zeit, da die Kindertagesstätte gerade in einem Ausweichquartier untergebracht war, weil das alte Gebäude abgerissen und der heutige Neubau errichtet wurde. 2011 war die Einweihung. Am kommenden Samstag wird an der Langenauer Hofstraße von 9 bis 12 Uhr ein Tag der offenen Tür gefeiert, bei dem zwar die Geschichte der Einrichtung eine wesentliche Rolle spielt, aber nicht nur diese.

Seit 2009 ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Freiberg Träger der Kindertagesstätte. Dieser Kreisverband wurde am 22. November 1990 ins Leben gerufen, also beinah vor drei Jahrzehnten. Ein Jubiläum, das das ganze Jahr über ein Thema sein wird, auch beim Tag der offenen Tür in Langenau. Höhepunkt wird aber eine Festveranstaltung am 20. November im Freiberger Konzert- und Ballhaus Tivoli sein. Nach einem Festakt mit zahlreichen geladenen Gästen steigt dort eine große Party. "Familien- und Sommerfeste finden zuvor ebenso statt wie Ausfahrten von Kita-Kindern und eine Bus-Sternfahrt, bei der wir Menschen von umliegenden Awo-Kreisverbänden kennenlernen", sagt Manuela Hamburg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

"Die Kita in Langenau war die dritte ihrer Art, die zur Awo Freiberg in Trägerschaft kam", erzählt Hamburg. Zahlreiche weitere Einrichtungen gehören ebenfalls dazu, darunter die im Juni 2019 neu eröffnete Tagespflege, im gleichen Haus wie die Sozialstation mit Ambulantem Pflegedienst, die Kurzzeitpflege sowie die Sozialpädagogische Familienhilfe untergebracht, nämlich im Sozial-Kulturellen-Zentrum in der Karl-Günzel-Straße in Freiberg. Betreutes Wohnen in Freiberg, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie die Schwangeren(konflikt)beratung, die sich in Flöha befindet und demnächst in das dortige Wohngebiet Sattelgut umzieht, wo ab Juni eine weitere Tagespflege einzieht, gehören unter anderem ebenfalls dazu.

Andrea Wittig ist seit 19 Jahren Mitarbeiterin der Awo, zunächst in einer Kita in Freiberg, seit Juli 2009 als Leiterin der "Langenauer Spatzen". Man merkt ihr an, mit wie viel Spaß sie gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen den Tag der offenen Tür vorbereitet hat. "Unsere Kita damals und heute" ist das Motto. "Die Idee war, Eltern, die früher in die Einrichtung gingen, zu bitten, alte Fotos zur Verfügung zu stellen, die auf einer Tafel dann aktuellen Aufnahmen von der Familie mit den Kindern, die heute hier leben, gegenübergestellt werden", erzählt sie und zeigt das Ergebnis vor. "22 Eltern haben mitgemacht, anfangs noch etwas zurückhaltend, aber dann mit viel Freude." Eine Freude, die sich auf den Fotos mitteilt.

Der Kita-Neubau ist hochmodern und auf die Bedürfnisse der Kinder abgestellt. Und dennoch finden sich immer wieder kleine Utensilien aus der Vergangenheit. In den Waschräumen etwa stehen kleine Bänke, hergestellt in den 1970er-Jahren. "Wir hatten zwar mal neue bestellt, aber die wurden nie geliefert", sagt Andrea Wittig. Ein alter Plastelaster dient immer noch als Spielzeug, kunstlederbezogene Sitzwürfel stehen herum, bei denen manch Älterer seine Erinnerungen hervorholt.

Erzieherin Lydia Just sieht man die Freude an ihrer Arbeit an. "Es ist schon etwas Besonderes, hier tätig zu sein", gesteht sie strahlend. "Es war auch schon toll, wie wir damals in Teile der Planungen mit einbezogen wurden." Die Diskussionen waren seinerzeit nicht immer einfach, ergänzt Andrea Wittig, aber es kam für alle etwas Gutes dabei heraus.

Für die kleine Leni, den Papagei, ist das alles nicht interessant. Die Dreijährige spielt lieber mit den Jungs und Mädchen ihrer Gruppe und genießt es, ein Kind zu sein.


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