Langeweile kommt nicht auf

Brauchtum im Erzgebirge: Wandern, Heimatabende organisieren, aber auch Feste feiern, das machen die Mitglieder von Erzgebirgszweigvereinen. Heute der aus Bräunsdorf.

Bräunsdorf.

Obwohl Bräunsdorf eigentlich nicht mehr zum wirklichen Erzgebirge gehört, gibt es in dem Ort dennoch einen engagierten Erzgebirgszweigverein (EZV) - und das sogar mit einem prominenten Vereinsvorsitzenden. Seit 2012 führt Michael Rostig den mehr als 100 Jahre alten Verein in dem zwischen Freiberg und Hainichen gelegenen Dorf.

Wenn der Kenner volkstümlicher Musik den Namen Rostig hört, denkt er sicher an die Randfichten. "Ich bin aber im Verein keine Randfichte, sondern ein ganz normaler Vorsitzender. Ich versuche mit Unterstützung des Vorstandes, vor allem von Bernd Mende, ein vielfältiges kulturelles und erzgebirgisch-typisches Leben zu entwickeln und die erzgebirgischen Traditionen fortzuführen", sagt Michael Rostig. Er räumt ein, dass er trotzdem ab und an auf das berühmte Dreigestirn angesprochen wird und bescheiden und geduldig jede Frage beantwortet.

Auch wenn der Verein derzeit nur 36 Mitglieder zählt, das Vereinsleben sei vielfältig und abwechslungsreich. "In wenigen Tagen werden wir gemeinsam mit dem Sportverein im Sportlerheim unser Wintergrillen durchführen. Darauf freuen wir uns immer schon sehr, da die Beteiligung daran sehr groß ist. Da gibt es zudem viel über unser Dorf und darüber hinaus zu erzählen", weiß Bernd Mende zu berichten. Der 75-jährige ehemalige Vorsitzende gilt als die die rechte Hand von Michael Rostig und ist vor allem für die schriftlichen Sachen zuständig, aber eigentlich das "Mädchen für alles", wie er sagt. So bringt er Aushänge im Schaukasten des Vereines an und fertigt Statistiken oder Meldungen für den Erzgebirgsverein in Schneeberg an.

Wanderwart Helmut Hertel ist für den EZV laut Vorstand ebenfalls eine der wichtigen Personen. Er ist es, der die vielfältigsten Wanderungen plant, durchführt und Ausfahrten vorbereitet. So wie die Frühjahrswanderungen in der Region. Im vergangenen Jahr waren 20 Bräunsdorfer bei einer dreitägigen Fahrt im Zittauer Gebirge unterwegs, davon schwärmen einige Vereinsmitglieder noch immer. Im Tharandter Wald sollte es im vergangenem Jahr eine ganz normale Wanderung werden, doch als die mehr als 20 Mitglieder die vielen Pilze entdeckten, "war es nur noch eine große und lustige Pilzsuche, die am Abend auch noch die Bratpfannen füllte", erinnert sich Michael Rostig.

Die Gemütlichkeit und Geselligkeit nennen "Flachland-Erzgebirger" als ein Grundanliegen. So gibt es einen gemeinsamen Bowlingabend, einen Hutzennachmittag im Mai und einen weihnachtlichen Hutzenabend am Vorabend des 2. Adventes. Ab und zu schauen die Bräunsdorfer auch im benachbarten Riechberg vorbei. Mit dem dort ansässigen Bergbauverein verbindet sie seit einigen Jahren eine enge Freundschaft. "Da wird gegrillt, und im Winter gibt's einen Hutzenabend, das sind immer sehr schönes Erlebnisse", so Michael Rostig, der mit darauf bedacht ist, dass die erzgebirgischen Traditionen im Verein so intensiv gepflegt werden.

Die Wiederbelebung des Vereines erfolgte erst im Jahre 2001 durch Peter Schneider, dem die jetzigen Mitglieder viel zu verdanken haben. "Es wurden vor rund 20 Jahren im Freiberger Verein Papiere gefunden, die auf einen bereits 1905 gegründeten Verein in Bräunsdorf hinwiesen. Dies war 2001 der Anlass bei uns, den EZV zu gründen. Wir freuen uns heute sehr darüber, damals diesen Schritt getan zu haben", erinnert sich Bernd Mende.

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