Lautstark gegen den Krebs

Im Freiberger "Tivoli" hat die 7. Auflage von "Rock, um zu helfen" begonnen. Die Konzerte ziehen Gäste aus aller Welt an.

Freiberg.

Im Kampf gegen den Krebs rangiert Freiberg unter den Top Drei der Spendensammler in Deutschland. Das hat Michelle Arck von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gestern Abend am Rande der Veranstaltung "Rock, um zu helfen" im Freiberger "Tivoli" gesagt. "Es gibt nur wenige, die uns in einer solchen Größenordnung unterstützen", betonte die Verantwortliche für Fundraising und Marketing bei der Bonner Stiftung. An beiden Konzertabenden - "Rock, um zu helfen" wird heute im "Tivoli" fortgesetzt - verzichten die Bands auf ihre Gage. Im vergangenen Jahr waren dadurch 20.000 Euro für die Krebshilfe zusammengekommen.

Insgesamt habe Freiberger Verein "Rock, um zu helfen" bereits rund 35.000 Euro an die Deutsche Krebshilfe überwiesen, ergänzt Marion Stark als Pressesprecherin der Stiftung. Sie sei mit ihrer Kollegin erstmals aus der früheren Bundeshauptstadt nach Freiberg gekommen: "Wir wollen uns dankbar zeigen für die große Hilfe und natürlich auch über unsere Arbeit informieren." Getreu dem Motto der Stiftung "Helfen. Forschen. Informieren." werde mit den Spendengeldern beispielsweise Betroffenen unter die Arme gegriffen und Forschungsprojekte unterstützt.

Das erste Benefizkonzert dieser Art hatte 2012 in der "Alten Mensa" an der Petersstraße vor 325 Gästen stattgefunden, erinnert sich Kenneth Hädecke. Der 28-Jährige Freiberger hatte den Verein "Rock, um zu helfen" gegründet. "Ich habe mit 16 Jahren mit Knochenkrebs im Krankenhaus gelegen, mit 17 Jahren dann noch mal", schildert er seine Beweggründe. Sein Zimmernachbar, mit dem er damals überlegt habe, was man tun könne, sei zwei Jahre später gestorben.

Inzwischen habe sich "Rock, um zu helfen" zu einem Magneten für internationales Publikum entwickelt, so der Promotionsstudent in der Fachrichtung Kundenbeziehungsmanagement und Digitalisierung an der TU Chemnitz. "Wir haben zwei Pärchen, die extra aus den USA anreisen, um die Band Oomph! zu sehen." Darüber hinaus hätten sich Gäste aus Finnland, Norwegen, Schweden, Italien, Spanien, Polen, der Schweiz und anderen Ländern angesagt: "Mindestens 15 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland." Die 1500 Tickets für die Veranstaltung heute Abend seien bereits ausverkauft, so Hädecke, auch gestern hatte es nur noch 200 Restkarten an der Abendkasse gegeben.

Bereits Tradition ist bei "Rock, um zu helfen" eine Typisierungsaktion, um potenzielle Stammzellenspender für Blutkrebspatienten zu finden. "Mit Wattestäbchen wird ein Abstrich der Wangenschleim genommen. Das dauert zwei Minuten und ist schmerz- und kostenfrei", erläutert Ulrike Porstein vom Verein für Knochenmark- und Stammzellenspenden in Dresden. Im vergangenen Jahr hatten sich laut Veranstalter 250 Konzertbesucher typisieren lassen.

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