Lederwerk investiert 7 Millionen Euro

Nachdem im April Grundsteinlegung war, konnte Hewa Leder an der Zugspitze nun Richtfest für das Werk II feiern.

Die Geschäftsführer Stephan C. Kratzer (l.) und Marcus Adelmann (r.) stoßen gemeinsam mit Stahlbauer Uwe Rücker zum Richtfest an.Foto: Wieland Josch

Von Wieland Josch

Eigentlich befinde man sich ja mit dem Lederwerk auf Freiberger Flur, sagte Martin Antonow, Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf. Doch wegen der Vergabe der Telefon-Vorwahlnummern werde man Brand-Erbisdorf zugerechnet. Dabei sei das Gebiet Zugspitze sogar Teil der Gemeinde Weißenborn. Ganz einfach ist es also nicht, will man bestimmen, wohin das Unternehmen Hewa Leder, Teil der portugiesischen Coindu-Gruppe, mit seinem mittelsächsischen Standort nun gehöre. Doch eines ist es auf jeden Fall, nämlich fest verankert in der Region.

Das wurde mehr als einmal betont, als man gestern feierlich Richtfest für das neue Werk II beging. Seit der Grundsteinlegung im April ist der Rohbau in die Höhe gewachsen. Auf einer Gesamtfläche von 5000 Quadratmetern wird eine neue Zurichtungsstrecke entstehen, ebenso Büro- und Sozialräume sowie ein Lager für die Chemikalien. Nach Fertigstellung zum Jahreswechsel erreicht das Unternehmen, welches mit seinen Lederprodukten Rolls Royce und BMW für die Innenausstattung ihrer Fahrzeuge beliefert, eine Verdreifachung seiner bisherigen Kapazitäten. "Damit dürften wir das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland sein", vermutet Geschäftsführer Stephan C. Kratzer. 

Neben dem Richtfest gab es noch mehr Grund zur Freude, denn Kratzer verkündete den zahlreichen Gästen, dass das Unternehmen vor einigen Monaten von Rolls Royce einen neuen Auftrag für die Ausstattung des neuen SUV Callinan erhalten habe. "Auch ist inzwischen VW auf uns aufmerksam geworden", so Kratzer, weshalb man ebenso für den SUV Urus von Lamborghini liefert. Auch die Kopfstützen des A8 von Audi sind mit Brand-Erbisdorfer Leder überzogen. "Wir hoffen aber, dass es dabei nicht bleibt", sagte Stephan C. Kratzer.

Bei der guten Auftragslage ist die Errichtung des neuen Werks hoch notwendig geworden. Co-Geschäftsführer Marcus Adelmann hatte schon vor Jahren erste Ideen dazu entwickelt. Für deren Umsetzung bedurfte es Zeit, aber auch eines starken Partners, als der sich die Coindu-Gruppe erwies, die vor zwei Jahren die Mehrheit an Hewa Leder erwarb.

7 Millionen Euro werden insgesamt in den Bau investiert. Zum Richtfest ging der Dank an alle beteiligten Unternehmen. "Bis auf die Maschinen kommen alle aus der Region", stellte Kratzer fest. Das habe sich als richtige Entscheidung erwiesen. "Sie haben einen Spitzenjob gemacht." Landrat Matthias Damm, dessen Amt das Projekt tatkräftig unterstützte, sah dies vor allem als einen Dank der Firma an die ganze Region.

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