Licht-Erhalter von Humboldt auf Reisen

Regelmäßig verleiht die Freiberger Uni Exponate aus ihren Sammlungen für Museen in ganz Deutschland. Gleich neun sind derzeit im Audi-Bau in Zwickau zu sehen.

Freiberg.

Der sogenannte Humboldt'sche Licht-Erhalter gehört zu den bedeutenden Exponaten der TU Bergakademie. Diese Art Berglampe war Teil eines durch Alexander von Humboldt erprobten Rettungsapparats. "Er wollte damit neue Möglichkeiten der Grubenrettung eröffnen und die Gefahr für die Bergleute bei verbrauchter Luft, den 'matten Wettern', verringern", erklärt Dr. Andreas Benz, Leiter der Kustodie der TU Bergakademie.

Das Objekt ist derzeit im Audi-Bau in Zwickau zu sehen. Dort findet die Zentralschau der 4. Sächsischen Landesausstellung statt. Insgesamt 15 Exponate hat die Kustodie der Freiberger Uni an die verschiedenen Ausstellungen zur Industriekultur in Sachsen entliehen, allein neun davon nach Zwickau.

Die wissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie stellen regelmäßig Objekte für Museen in ganz Deutschland zur Verfügung. In diesem Jahr kooperiert die Universität insbesondere mit der 4. Sächsischen Landesausstellung, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein Exponat illustriere im Forschungs- und Lehrbergwerk "Reiche Zeche" die Geschichte des Silberbergbaus in Freiberg, und fünf Objekte aus der Bergbau-Sammlung seien an das Stadt- und Bergbaumuseum entliehen.

Im Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie, unter dem Titel "Silber-Boom" selbst Teil der Sächsischen Landesausstellung, sehen Besucher in einem Schaukasten in 150 Metern Tiefe ein Exemplar der ersten druckluftbetriebenen Gesteinsbohrmaschine. Sie wurde vom Freiberger Modellmeister Carl Gottfried Schumann entwickelt und repräsentiert in der Ausstellung die technische Ausrüstung der Bergleute ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

Das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zeigt in ihrer Sonderausstellung "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel" unter anderem das Modell der Löschstation des ehemaligen Amalgamierwerks im nahegelegenen Halsbrücke. Das etwa 200 Jahre alte Objekt verdeutlicht die Bedeutung des Brandschutzes im Bereich des Hüttenwesens. In der Realität handelte es sich um eine haushohe Feuerlöschanlage, die nach dem zerstörerischen Brand des Jahres 1792 im Hof des neuen Amalgamierwerks errichtet wurde.

Die mehr als 30 Sammlungen umfassen laut Uni mehr als eine Million wissenschaftliche Proben, 15.000 Geräte, Instrumente und Modelle sowie rund 1000 Kunstwerke und kulturhistorische Objekte. Einige Sammlungen, so die Geowissenschaftlichen Sammlungen im Schloss Freudenstein, Krüger-Haus und Werner-Bau, sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Andere befinden sich in Depots und werden für die wissenschaftliche Forschung oder museale Zwecke genutzt, unter anderem als Leihgaben für Ausstellungen im In- und Ausland. (bk)

www.boom-fg.de

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.