Lichtenberg stellt Wunschliste für nahe Zukunft auf

Turnhalle, Grundschule, Wälder, Rad- und Wanderwege, Spielplätze, Ortseingangsschilder - der Bauamtsleiter sieht an vielen Stellen Handlungsbedarf. Jetzt ist der Gemeinderat gefragt.

Lichtenberg.

Wo klemmt in Lichtenberg die Säge? Dieser Frage ist Bauamtsleiter Daniel Schmieder nachgegangen. Seine Bestandsaufnahme stellte er im jüngsten Gemeinderat vor. Resümee: Viele Dinge seien noch in Ordnung, müssten aber in absehbarer Zeit unbedingt in Angriff genommen werden.

Notstromversorgung in öffentlichen Gebäuden: "Bei Stromausfällen muss die Gemeinde in der Lage sein, sich selbst zu versorgen", so Schmieder. Drei bis fünf Gebäude seien davon betroffen, darunter das Rathaus, die Feuerwehren und die Schulen. Schwierig gestaltet sich auch die Lage im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Weigmannsdorf-Müdisdorf. Derzeit müssen sich dort zwei Fahrzeuge eine Halle teilen. "Es ist ein Unding, dass im Einsatzfall erst einmal rangiert werden muss, bevor das richtige Auto das Haus verlassen kann", meint Schmieder. "Angedacht ist, dass vielleicht eine Fertigteilgarage neben das Gebäude gesetzt wird, die mittels eines Durchbruchs mit dem Bestandsgebäude verbunden ist."

Grundschule und ihr Umfeld: Die Außentreppe und das Vordach des Schulgebäudes seien in schlechtem Zustand. Vor allem statisch sei das Ganze höchst problematisch, so der Bauamtsleiter. Spätestens in drei Jahren müsse beides erneuert werden. Auch die in der Nähe stehende Turnhalle solle näher betrachtet werden. "Momentan ist sie noch okay", so Schmieder. "Aber sie hat auch ihre Belastungsgrenze erreicht, was die Kabinen angeht." Es gebe einen hohen Spielbetrieb mit meist mehreren Punktspielen gleichzeitig. Weiteres Problem: die Duschen sind nicht nur zu klein, sondern befinden sich untypischerweise in der Mitte des Gebäudes. Üblich sei, solche Einrichtungen an den Gebäuderand zu platzieren, damit sich Feuchtigkeit oder Schimmel nicht überall hin ausbreiten könnten. Ein Neubau, darüber sei sich die Gemeinde klar, würde bis zu 2 Millionen Euro kosten. Ein möglicher Anbau sei mit 300.000 Euro auch nicht billig. Unausweichlich sei auch, die Straße am Schulberg instand zu setzen. Diese zeige deutlich Risse. Hier bleibe es nicht bei den Sanierungskosten. Die Gemeinde wolle gegebenenfalls auch Grundstücke erwerben, um die Straße verlegen oder erweiternzukönnen. Wälder als tickende Zeitbombe: 5000 Festmeter Holz habe die Gemeinde im vergangenen Jahr in Folge von Stürmen, Hitze und vor allem der Tätigkeit des Borkenkäfers schlagen müssen. Man könne froh sein, wenn man nach dem Verkauf des Holzes mit einem Nullsummenspiel davonkomme. "Wir müssen auch die Frage stellen, ob wir als Gemeinde weiter die Wälder betreiben müssen, oder ob nicht die Forstverwaltung die bessere Adresse ist", stellte Schmieder als Frage in den Raum. "Selbst wenn der Borkenkäfer verschwindet, müssen die betroffenen Stellen wieder aufgeforstet werden." Außerdem auf der Wunschliste: Sanierung von Nebenstraßen, Anschaffung und Reparatur von Straßenbeleuchtung, Abbruch maroder Gebäude, Anschaffung von Arbeitsfahrzeugen für den Bauhof, das Anlegen von Rad- und Wanderwegen, Sanierung von kommunalem Wohnungseigentum, vernünftige Begrüßungsschilder an den Ortseingängen, Spielplätze - die Liste ist lang. Bürgermeisterin Steffi Schädlich gab sie den Gemeinderäten mit und kündigte an, dass man sich darüber in kommenden Sitzungen intensiv unterhalten müsse. Es ginge nicht um aus der Luft gegriffene Wünsche, sondern um Notwendigkeiten.

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