Mariä Lichtmess fällt nicht aus

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Die Rechenberg-Bienenmühler halten an ihrer Tradition fest. Auch, wenn es am Dienstag auf andere Weise in der Erzgebirgsgemeinde "Licht aus" heißt.

Rechenberg-Bienenmühle.

Die obligatorische Bratwurst kommt diesmal vielleicht aus der heimischen Pfanne und das Bier dazu aus dem Kühlschrank in der eigenen Küche. Obwohl es die Corona-Beschränkungen derzeit nicht zulassen, dass die Einwohner von Rechenberg-Bienenmühle zu Mariä Lichtmess bei einem kleinen Fest symbolisch die Weihnachtsbeleuchtung abschalten, soll die Tradition doch erhalten bleiben. Dieses Jahr allerdings in einem anderen Format.

"Wir wollen Lichtmess am 2. Februar digital mit einem Video im Internet veranstalten, da können alle dabei sein, aber es trifft sich niemand vor Ort wie in den vergangenen Jahren. Diesmal schicken wir das Programm abends zu jedem nach Hause in die Stube", erklärt Bürgermeister Michael Funke. Der Rechenberger Faschingsverein RBC habe sich gemeinsam mit ihm wegen des diesjährigen Formats Gedanken gemacht und eine Lösung gefunden. So hat Vereinschef Steffen Walther einen Film für kommenden Dienstag gedreht, der über den RBC auf dessen Video-Kanal zunächst ab 18 Uhr ausgestrahlt wird und auch danach noch dort zu sehen sein wird.

In dem Film soll es musikalische Einspielungen geben, aufgenommen mit Bläsern des Posaunenchores der Kirchgemeinde. "Außerdem haben wir Impressionen aus den Wintertagen in der Gemeinde aufgenommen, auch Pyramiden werden sich in dem kurzen Film drehen", sagt Steffen Walther.

Gedreht wurde der Film nach seinen Worten ebenso in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Rechenberg, die verschiedene Filmsequenzen ausgeleuchtet hat - und das vor der traditionellen Kulissen auf dem Parkplatz am Edeka-Markt in Bienenmühle. "Unterstützung haben wir dabei wie immer vom Marktbetreiber Thomas Peinelt bekommen", so der RBC-Chef. Er verspricht allen, die den Film am Dienstag anschauen, winterlich-weihnachtliche Eindrücke, bevor Michael Funke dann um 18.10 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung mit den Worten "Licht aus" abschaltet. Damit geht die Weihnachtszeit in den Erzgebirgsorten bis zur nächsten Saison wirklich zu Ende.

Der Termin 2. Februar kommt nicht von ungefähr. Es handelt sich bei Mariä Lichtmess um den 40. Tag nach Weihnachten. (Eine Frau galt den Gesetzen Moses zufolge 40 Tage nach der Geburt eines Jungen als unrein). Früher leitete Maria Lichtmess offiziell das Ende der Weihnachtszeit ein, bis der offizielle Kirchenkalender dieses Ende auf das Fest der Taufe Jesu am Sonntag nach dem 6. Januar legte.

In der Erzgebirgsstadt Zwönitz im Nachbarlandkreis aber erinnerte man sich bereits zur Jahrtausendwende an den alten Kirchenkalender. Inzwischen ist die Zwönitzer Lichtmess fest etabliert und zieht alljährlich viele Besucher an, wenn der Bürgermeister das Kommando gibt, die Weihnachtsbeleuchtung auszuschalten und die Pyramide anzuhalten. Auch in Olbernhau gehen seit 2016 die Weihnachtslichter am 2. Februar mit einem kleinen Fest aus. Und seit 2018 kommen nun auch im Ortsteil Bienenmühle viele Einwohner der Gemeinde zu Mariä Lichtmess zusammen. Damit hat die Gemeinde für Bienenmühle sozusagen einen Ausgleich gefunden. Denn - außer in Corona-Zeiten - findet in Clausnitz alljährlich die Dorfweihnacht statt, Rechenberg veranstaltet einen Weihnachtsmarkt, organisiert vom Faschingsverein, und in Holzhau sind Dorffest und Skifaschingfest im Veranstaltungskalender feste Größen.

Das digitale Format 2021 bleibt hoffentlich die Ausnahme, denn für 2022 lädt der RBC auf seiner Internetseite schon zu Mariä Lichtmess nach Bienenmühle ein.

 

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