Mehr Geld fürs neue Frauensteiner Museum?

Die Ausstellung über Orgelbauer Gottfried Silbermann soll umziehen. Museumsfreunde müssen sich gedulden, denn die Stadt muss das neue Domizil erst sanieren. Vielleicht gibt es dafür nun einen höheren Zuschuss.

Frauenstein.

Das Museumsprojekt zählt zu den aktuell ganz großen Brocken in Frauenstein: Das derzeit noch im Schloss untergebrachte Gottfried-Silbermann-Museum soll in ein Gebäude am Markt gleich neben der Schule umziehen. Zu den Gründen zählt die vom privaten Schlossbesitzer angekündigte Sanierung der Räume, in die das Museum eingemietet ist. Zudem will die Stadt, der das Haus am Markt gehört, die Ausstellung dort modern präsentieren, ebenso die Touristinformation. Ein Projekt dafür gibt es bereits.

Dafür jedoch muss das seit langem leer stehende und marode Eckgebäude am Markt gleich neben der Grundschule grundlegend saniert werden. Kostenpunkt bislang: etwa 1,4 Millionen Euro. Über ein Förderprogramm für Kleinstädte kann die Stadt etwa zwei Drittel der Kosten als Unterstützung durch den Bund und den Freistaat erhalten. Weil der Eigenanteil für Frauenstein dennoch sehr hoch wäre, bat Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) in der Vergangenheit das sächsische Finanzministerium um Hilfe. Diese wurde in Höhe von 400.000 Euro auch gewährt. Dennoch bleibt ein Eigenanteil von etwa 200.000 Euro für Frauenstein bestehen, hieß es dazu von Rico Linke, Projektleiter beim Unternehmen Steg, das Frauenstein bei der Sanierung des inneren Stadtkerns innerhalb des Förderprogrammes betreut.

Vor wenigen Tagen trafen sich die Verantwortlichen erneut, um über den Ausbau des künftigen Museumshauses zu beraten. Dabei standen laut Rico Linke Fragen des Denkmalschutzes ebenso im Mittelpunkt wie der Gebäudezustand, in dem unter anderem Hausschwamm festgestellt wurde. Die nötige umfangreiche Ertüchtigung der Statik und den Umgang mit dem Kellergewölbe nannte Rico Linke als wichtige Punkte der Debatte. "Nun muss die Planung überarbeitet werden", so das Fazit. Damit in Verbindung stehende höhere Kosten für das Vorhaben ließen sich möglicherweise nicht ausschließen, erklärte er. Dies jedoch sei noch nicht abschließend geklärt. Dennoch könnte es für die Stadt nicht unermesslich teurer - vielleicht sogar günstiger werden: "Die Förderrichtlinie ist im August aktualisiert worden, das heißt, der Förderrahmen wurde verändert", erklärt Linke. Demnach könnte sich der finanzielle Aufwand für die Stadt nochmals verringern, da der Anteil der förderfähigen Kosten von bislang 85 Prozent auf 100 Prozent erhöht worden sei. Es bleibe zwar die Zwei-Drittel-Förderung durch Bund und Freistaat bestehen. Und die Stadt müsse dennoch einen Eigenanteil aufbringen. Überlegung sei nun aber, so Linke, den Antrag auf höhere Förderung durch die Stadt zu stellen. "Darüber müssen die Verantwortlichen nach Vorliegen aller Fakten entscheiden", so Linke. Das künftige Museumshaus ist bislang entkernt worden, einen Baubeginn gab es noch nicht.

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