Mit Rotorblättern Neugier wecken

Um in naturwissenschaftliche Berufe hineinzuschnuppern, verbringen 17Schüler eine Woche an der TU Bergakademie. Auch Firmenbesuche, so in Großschirma, stehen an.

Großschirma.

Artur Reiswich hält in seinen Händen ein Rotorblatt. Das allein ist nicht bemerkenswert. Spannend wird es dadurch, was der Wissenschaftler vom Institut für Mechanik und Fluiddynamik der TU Bergakademie mit seinem Kollegen Martin Heinrich damit vorhat. Neben ihm steht Alexander Kaiser, Vorsitzender des Vereins "Initiative für dezentrale Energieversorgungssysteme" (IDES) und Mitarbeiter des weltweit tätigen Großschirmaer Unternehmens 3Energy, zu dem auch EAB gehört und das auf regenerative Energien spezialisiert ist. Auf dem Firmengelände spielt sich die Szene ab, die 17Gymnasiasten aus ganz Deutschland interessiert verfolgen.

Die Schüler sind über die MINT-EC-Akademie zu Gast an der Bergakademie. "295Schulen in Deutschland gehören derzeit zu uns", so Matthias Rech von der Akademie. "Ziel ist es, qualitativ hochwertige Förderung der naturwissenschaftlichen Fächer zu betreiben." MINT bedeutet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Schüler, die hier zusammenkommen, haben in diesen Bereichen alle gute Leistungen vorzuweisen.

Eine Woche lang weilen die Elft- und Zwölftklässler in Freiberg. Vormittags besuchen sie Vorlesungen, nachmittags setzen sie Erlerntes praktisch um. "Diese Abläufe sind sehr interessant", sagt die 16-jährige Johanna Engel aus Tecklenburg in Westfalen. "Ich finde es wichtig, mit den Studenten reden zu können. Außerdem lernt man mal eine Universität kennen." Zum Programm gehören auch Besuche von Partnerfirmen der TU. Bei 3Energy läuft derzeit ein zweijähriges Projekt mit Windkraftanlagen. Hier kommt das Rotorblatt wieder ins Spiel. 

"Die Federn von Vögeln stellen sich im Wind automatisch auf und verhindern so einen Strömungsabriss", erklärt Martin Heinrich. "Wir versuchen, das zu adaptieren und auf die Rotorblätter zu übertragen." Im Moment testet man das Verhalten der Blätter im Normalzustand. Ab Herbst werden Ersatzfedern, sogenannte Flaps, aufgebracht und geschaut, ob durch sie eine Verringerung der Leistung verhindert werden kann.

Einige der Schüler können sich später eine Arbeit im Bereich der Erneuerbaren Energien vorstellen. Auf die Frage, welche Richtung man dafür besonders studieren solle, gibt Alexander Kaiser eine klare Antwort. "Lösen Sie sich von der Vorstellung, dass Sie etwas studieren und das dann 45 Jahre lang machen", sagt er. "Ein Ingenieurstudium ist eine gute Basis. Aber man lernt dabei vorrangig, wie man sich etwas aneignet."  Nach der Begegnung mit der Windkraft ging es für die Schüler weiter nach Haslau, wo sie Energiegewinnung mittels einer Biogasanlage kennenlernten.

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