Mit Trabi & Co. auf Zeitreise

Dem Nieselregen zum Trotz: Nach dem Jubiläum im vergangenen Jahr ist auch die 11. Auflage des Oldtimertreffens in Naundorf ein Erfolg geworden.

Naundorf.

Das Naundorfer Oldtimertreffen, jährlich veranstaltet auf dem Betriebshof der Gebrüder Schneider, gehört zu den beliebtesten seiner Art in der Region. Die Tatsache, dass das Areal am Sonntag zu seiner elften Auflage wieder fast bis zum Bersten gefüllt war mit Fahrzeugen vergangener Jahrzehnte, spricht eine deutlich Sprache. "Es werden rund 300 Pkw, Lkw und Motorräder sein, die gekommen sind", sagt Franco Mitzlaff, der im Organisationsbüro unentwegt damit beschäftigt ist, die ankommenden Oldtimerbesitzer zu registrieren. Die Anzahl der Besucher lässt sich ebenfalls nur schätzen. Mehr als 550 dürften es aber gewesen sein.

Neu ist in diesem Jahr die Plakette für die Fahrzeughalter. Sie wird vom Freiberger Porzellanwerk hergestellt. "In allen Jahren vorher hatten wir eine kleine runde Medaille", sagt Cornelia Mitzlaff, Geschäftsführerin des Unternehmens. "Diesmal beginnen wir damit, Autos darzustellen, in jedem Jahr ein anderes." Den Auftakt macht ein echter Klassiker, nämlich der VW-Käfer.


Es wird gestaunt und gefachsimpelt an den Vier-, Drei- und Zweirädern. Der heimliche Star des Tages, zumindest für die jüngsten Besucher, ist jedoch Karl-Heinz Matthies, der seinen Traktor Aktivist, Baujahr 1950, vor einen Kremserwagen gespannt hat und mit diesem unzählige kurze Fahrten durch Naundorf startet. "Für meinen Freund Helmi Schneider mache ich das jedes Jahr gerne", so Matthies. Schneider, Organisator und Seele des Treffens, ist an diesem Tag überall und nirgends anzutreffen, zu viel hat er zu tun. Doch alles läuft perfekt. Höhepunkt ist schließlich die große Ausfahrt, die vor allem durch die Gemeinde Halsbrücke führt.


Mit DAF-Kipper

Gerd Göpfert aus Tharandt kam mit einem DAF VA 435 Kipper von 1991. Das Auto ist eigentlich zwei Jahre zu jung für ein Oldtimertreffen. Dass es trotzdem dabei ist, hat seinen Grund. "Es ist ein seltenes Fahrzeug, das es in dieser Form nur das eine Mal noch gibt", erzählt Göpfert. Von der Baureihe seien nicht einmal mehr 300 Exemplare bekannt. Seit er das Modell im Jahr 2000 erwarb, hat er mit ihm 200.000 Kilometer geschafft. (wjo)


Mit NVA-Maschine

Dietmar Scholz (l.) aus Pirna hat zwar einst gedient, sein Sohn André (r.) hingegen nicht. Dennoch waren beide passend uniformiert, um ihren perfekt restaurierten Trabant P 601A zu präsentieren, der früher bei der NVA zum Einsatz kam. "Wir sind zum ersten Mal in Naundorf dabei", so der Senior. Das graue Wetter konnte sie nicht abhalten. "Der Trabi war schon immer unsere Leidenschaft", sagt André Scholz. (wjo)


Mit Doppelmotor

Peter Ludwig aus Freiberg kam gleich mit zwei Motoren zum Oldtimertreffen nach Naundorf. Auf der Ladefläche seines DKW-IFA F8 Pritsche, Baujahr 1950, hatte er noch den Nachbau einer Melkanlage von 1928 dabei, angetrieben von einer Vakuumpumpe von 1927. "Mich fasziniert das kleine und einfache dieser Technik", sagt Ludwig. "Und natürlich der Sound. Den höre ich lieber als Musik im Radio." (wjo)


Mit Touren-AWO

Volker Leja aus Oberschöna hatte zunächst ein kleines Problem, denn von seiner Simson Touren-AWO aus dem Jahr 1954 war eine Mutter abgefallen. Organisator Helmi Schneider konnte aber Ersatz beschaffen. Volker Leja gefällt in Naundorf die Vielfalt der Fahrzeuge. "Die ist hier richtig gut gestreut", sagt er. Wenn es seine Zeit zulässt, ist er immer beim Treffen dabei, ebenso wie seine Eltern, die auf einer AWO Sport anreisten. (wjo)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...