Möbelproduzent hat gut zu tun

Die Auftragsbücher beim Bienenmühler Betrieb sind voll. Vor allem die Pflegebranche gehört zu den Kunden. Inzwischen kommt die Firma an ihre Kapazitätsgrenzen.

Rechenberg-Bienenmühle.

Der Geruch von Holzspänen liegt in der Luft. Er dringt aus den Hallen des Unternehmens Bienenmühle Möbel auf den Hof. Dass sich hinter den Gebäuden eine mittelständische Erfolgsgeschichte verbirgt, ahnt man nicht unbedingt. Mit einem Tross von Mitarbeitern schaut sich Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) in dem Betrieb um, begleitet von Bürgermeister Michael Funke und der frischgebackenen Landtagsabgeordneten Susan Leithoff (CDU). Empfangen werden sie in Vertretung von Geschäftsführer Matthias Domschke von Jan Schlesier, Gesellschafter des Unternehmens und Leiter Objektmöblierung.

Ein Teil der Gebäude, in denen die Möbelfertigung vor sich geht sowie die Geschäftsleitung ihren Sitz hat, stammt aus DDR-Zeiten und verrät wenig von der Betriebsamkeit im Inneren. "Begonnen hat alles einmal als Brettmühle", erzählt Jan Schlesier, der selbst seit 2002 im Unternehmen tätig ist. "In der DDR wurden dann zunächst Küchen gefertigt, später Wohnraummöbel für das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet." Qualität für harte Valuta. Nach der Wende steckte man den Kopf nicht in den Sand, sondern behauptete sich weiter als Möbelhersteller auf dem Markt. "Es wurden fast ausschließlich hochwertige Garderoben und Dielenmöbel im Wesentlichen aus Massivholz hergestellt", sagt Jan Schlesier. Schon damals stattete man gelegentlich eine Pension oder ein Hotel aus.


Dass Bienenmühle Möbel heute so gut dasteht, volle Auftragsbücher hat und bundesweit einen großen Kundenstamm besitzt, sogar bis in die Schweiz liefert, hat auch mit dem von Jan Schlesier so bezeichneten zweiten Standbein zu tun. Auf dem ruht der Betrieb heute vor allem.

"Wir setzen auf Objekteinrichtungen für Senioren- und Pflegeheime", sagt er. "Jede Woche wird in Deutschland mindestens eine solche Einrichtung von uns ausgestattet."

Was die Dekorwünsche der Auftraggeber angeht, könne man die ganze Palette bedienen. Bis auf Stühle und Pflegebetten werden die Heime vollständig von Bienenmühle Möbel bestückt.

In Freiberg ist das kürzlich in der neuen Pflegeoase der Seniorenheime der Fall gewesen. Derzeit ist man mit Projekten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg beschäftigt. Für ersteres werden gerade die Möbel auf Lkw verladen. Das Unternehmen hat drei solche Frachtfahrzeuge mit eigenen Fahrern, liefert seine Produkte selbst aus, ohne Subunternehmen einzubeziehen. Die gesamte Möbelpalette wird fast ausschließlich am Sitz in Bienenmühle hergestellt. Einige regionale Zulieferer sind bei speziellen Anfertigungen noch mit im Boot.

Auftragsbestätigungen für Großbestellungen gibt es derzeit erst ab Januar 2020. Gearbeitet wird auf Hochtouren, doch kommt das Unternehmen allmählich an die Kapazitätsgrenzen, auch räumlich.

"Wir werden sicher einmal umbauen, eventuell auch alte Gebäude wegreißen und neue errichten", sagt Jan Schlesier. "Wir wollen den Standort unbedingt halten und planen ständig neue Investitionen."

So wird in den kommenden Wochen eine neue Absauganlage installiert. Den Maschinenpark erweitert und erneuert der Betrieb ständig. Außerdem sucht er Auszubildende und neue Mitarbeiter. 55 Kolleginnen und Kollegen sind momentan am Standort Rechenberg-Bienenmühle beschäftigt. Wöchentlich wird allein an Spanplatten die Lademenge von ein bis zwei Lastzügen verschnitten.

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