Motorradtour durch Sachsen: Liberale wollen durchstarten

14 FDP-Politiker haben am Donnerstag Halt in Freiberg gemacht. Ihr Spitzenkandidat Holger Zastrow gab sich optimistisch.

Freiberg.

Hingucker waren sie auf jeden Fall: Die 14 FDP-Politiker aus ganz Sachsen, die am Donnerstag mit ihren Motorrädern Halt auf dem Freiberger Obermarkt gemacht haben. Die viertägige Wahlkampftour mit den PS-starken Feuerstühlen ist seit 2004 Tradition, wie Spitzenkandidat Holger Zastrow betonte. "Viele Liberale sind Biker", sagte der 50-Jährige, der eine blaue BMW GS 1200 Adventure fährt.

Zastrow zeigte sich optimistisch, dass die FDP in diesem Jahr den Wiedereinzug in den sächsischen Landtag schafft. "Wir hoffen, dass unsere Zeit als außerparlamentarische Opposition beendet ist. Den letzten Umfragen zufolge müsste es klappen", sagte Zastrow, bevor er mit seinen Parteifreunden vom Freiberger Obermarkt in Richtung Mohorn und dann Bautzen düste.


Eine am Dienstag veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild"-Zeitung ergab, dass die FDP mit fünf Prozent auf den Einzug ins Parlament hoffen kann. Bei anderen Umfragen kamen die Liberalen auf bis zu sieben Prozent. Zum Vergleich: Zur Landtagswahl 2014 erhielt die FDP nur 3,8Prozent der Stimmen in Sachsen und schaffte damit die Fünf-Prozent-Hürde nicht, musste also aus dem Landtag ausziehen.

Der Freiberger Werner Helfen, Direktkandidat des Wahlkreises Mittelsachsen 1, ist wie Spitzenmann Zastrow mit einer blauen Maschine unterwegs. "Gelbe Motorräder gab es nicht und pinkfarbene auch nicht", witzelte der Fahrlehrer und verteilte dafür pinkfarbene Kugelschreiber. Egal, welche Farbe, die Motorräder sorgten für Aufmerksamkeit. "Deshalb touren wir auch noch mit unseren Maschinen, auch wenn wir beispielsweise einen Ausbau des Nahverkehrs befürworten", sagte Zastrow. Seine Partei wolle das Land "vom Kopf auf die Füße stellen" und Bürokratie abbauen. "Ich ertrage es nicht mehr, dass dadurch soviel Kraft vergeudet wird", so Zastrow, der mit seiner Frau Ariane das verfallene Landgut Hofewiese in der Dresdner Heide wiederaufbaut.

Auch für den Ausbau von Autobahnen und Staatsstraßen mache sich die FDP stark. Heftig kritisierte der Dresdner Unternehmer die Situation auf der A4 zwischen Siebenlehn und Bautzen. "Da ist in den vergangenen Jahren nichts vorangetrieben worden", sagte er. Die FDP wolle die Infrastruktur verbessern, dabei auch das schnelle Internet ausbauen und den ländlichen Raum stärken. Eine Station am Donnerstag war deshalb Cämmerswalde. Das flache Land sei ein "Raum voller Chancen", sagte Zastrow. Wichtig sei dort der Breitbandausbau. Ohne schnelles Internet gehe nichts. (mit dpa)

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