Mulda pumpt Geld in Schule, Gehweg und Generationenplatz

Die Gemeinde will 2020 eine halbe Million Euro in ihre Infrastruktur stecken. In Zethau soll ein neuer Mehrgenerationsplatz entstehen. Doch das ist bei weitem nicht alles.

Mulda/Zethau.

Ein Mehrgenerationenplatz soll in diesem Jahr in Zethau entstehen. Über das Programm "Vitale Dorfkerne" sollen in diesen Platz rund 115.000 Euro investiert werden. Das kündigte Muldas Bürgermeister Reiner Stiehl (Freie Wähler Mittelsachsen) an. Damit setzt die Gemeinde ein Vorhaben aus dem Dorfumbauplan um, den das Unternehmen Sächsische Landsiedlung 2016/17 erstellt hat, wobei Anregungen von Einwohnern einflossen. Zethauer hatten sich einen größeren Festplatz gewünscht. Und das Projekt geht sogar noch ein Stück weiter: Auf dem Platz soll ein Fahrradparcours entstehen - mit mobilen Geräten (siehe Kasten).

Der Zethauer Mehrgenerationenplatz gehört zu den größten Investitionen in diesem Jahr. Insgesamt will die Kommune 501.300 Euro in ihre Infrastruktur pumpen, davon rund 243.900 Euro Fördermittel. Das sieht der Haushaltsplanentwurf vor, über den die Gemeinderäte laut Kämmerin Viola Zänker voraussichtlich im März entscheiden werden. Neben den Investitionen stünden Instandhaltungsarbeiten mit einem Gesamtvolumen von rund 231.500 Euro an, davon werden Fördermittel in Höhe von 175.940 Euro erwartet.

Fortgesetzt werden sollen in diesem Jahr die Arbeiten an der Elektroanlage des Muldaer Grundschulgebäudes, wofür rund 140.000 Euro vorgesehen sind. Die Elektroanlagen im Hort wurden bereits in den vergangenen Herbstferien erneuert.

Eine weitere Investition erfolgt im Zuge des Brückenneubaus an der Staatsstraße 210, der in Regie des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) läuft. In Mulda-Randeck bis zur Firma Berlebach entsteht 2020 ein neuer Gehweg. Die geplanten Kosten bezifferte Bürgermeister Stiehl mit rund 50.000 Euro.

Darüber hinaus steht der Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeugs 3000 für die Muldaer Feuerwehr an. Damit soll das Fahrzeug ersetzt werden, das Ende April 2018 bei einem Unfall auf der B 101 zwischen Großvoigtsberg und Obergruna Totalschaden erlitt. Damals waren zwei Brandschützer verletzt worden.

Als größte Herausforderungen für die Gemeinde bezeichnete Stiehl die Aufrechterhaltung und den weiteren Ausbau des ehrenamtlichen Engagements, vor allem in den Feuerwehren und Vereinen sowie auch in der Nachbarschaftshilfe. "Insbesondere das Sich-Kümmern um Senioren, ältere Alleinstehende, Personen mit Einschränkungen bis hin zu Hilfeleistungen im Alltag machen eine gute Dorfgemeinschaft aus und das Leben auf dem Lande lebenswert", sagt der Bürgermeister.

Problematisch sei, dass der Freistaat der Verwaltung immer mehr Aufgaben überstülpe. "Die unternehmensnahe Haushaltsführung Doppik, das elektronische Rechnungswesen und die noch umzusetzende Umsatzsteuerproblematik zeigen den Verwaltungen, gerade in den kleineren Gemeinden, schon jetzt ihre Grenzen auf", so Stiehl und fügt hinzu: "Vom Freistaat wünsche ich mir vor allem weniger Bürokratie - von der vielversprochenen Entbürokratisierung spürt man nichts. Bei allem kommt man sich nur wie ein Bittsteller vor, der dem Gutdünken seines Gegenübers ausgeliefert ist." Auch ein besseres Miteinander von Landratsamt und Kommune sei nötig, vor allem im Bauwesen.

Als Beispiel für die langen Wege des Lasuv nannte Stiehl die seit Februar 2018 bestehende Ampelregelung auf der S 209 am Ortseingang Mulda; Grund ist ein drohender Felsabsturz: "Was hätte allein mit den Kosten für Ampeln und Fahrbahnabsperrung gemacht werden können?" Auf Anfrage von "Freie Presse" versicherte ein Lasuv-Sprecher, dass der Hang 2020 gesichert werden soll. Stiehl lobt die Sanierung der S 210 in Helbigsdorf. Zugleich fragt er, warum das nicht auch an anderen Straßenabschnitten möglich ist, wie auf der S 209 in Mulda.

Die finanzielle Ausstattung der kleineren Gemeinden bereite ihm Kopfzerbrechen. "Hier erwarte ich vom Freistaat deutlich mehr Entgegenkommen." Die 70.000-Euro-Pauschale vom Land floss in die Arbeiten in der Grundschule, wo sie laut dem Bürgermeister "eine echte Hilfe" war. Stiehl: "Weitere, eventuell sogar höhere pauschale Zuweisungen fänden in den Kommunen sicher noch mehr Anerkennung." Auch pauschale Zuweisungen für das Feuerwehrwesen seien angebracht.


Preisgeld fließt in neuen Festplatz mit Fahrradparcours

Für den Mehrgenerationenplatz in Zethau wird auch das Preisgeld vom Deutschen Kita-Preis 2018 genutzt. In der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung" hatten die Zethauer den zweiten Platz erreicht und dafür 10.000 Euro erhalten. "Wir wollen, dass das Geld allen Bündnispartnern im Dorf zugute kommt", sagt Andrea Schmieder, die Leiterin des Christlichen Kinderhauses "Ankerplatz" in Zethau, das sich in Trägerschaft des Vereins Kinderarche Sachsen mit Sitz in Radebeul befindet. Zum Bündnis "Zethau bewegt sich" gehören neben der Kita der Elternrat, die Gemeinde Mulda, die freiwillige Feuerwehr, Posaunenchor, der Sportverein und die Freizeit- und Begegnungsstätte "Grüne Schule grenzenlos".

Die Idee des Fahrradparcours entstand, weil es für die jüngsten Zethauer schwierig ist, in ihrem hängigen Ort das Radfahren zu erlernen. Deshalb wird es auf dem Platz künftig eine gerade Fläche zum Radeln-Lernen geben, auf der auch Markierungen für die Verkehrserziehungen zu finden sind. Ein zweites Areal wird Elemente/Hindernisse enthalten. Ferner ist ein Streifen mit verschiedenen Untergründen wie Pflaster und Asphalt vorgesehen. Zudem soll eine Hügellandschaft für Mountainbiker und BMX-Fahrer entstehen. (hh)


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