Nach Gespräch mit Schülern: Bauer legt Blühwiese an

Kreisrat Gunther Zschommler reagiert auf Fragen bei der "Freie Presse"-Veranstaltung: Er stellt in Langhennersdorf ein Feld zur Verfügung, wo künftig Bienen und andere Insekten leben sollen.

Langhennersdorf.

Sommerwicke, Rotklee und Sonnenblumen - in diesem Jahr will Landwirt Gunther Zschommler eine Blühwiese in Langhennersdorf anlegen. Das neue Areal für Bienen und andere Insekten ist ein Ergebnis der Gesprächsrunde von Kreisräten mit Elftklässlern des Freiberger Schollgymnasiums in Vorbereitung der Kommunalwahl am 26. Mai. Bei der von "Freie Presse" organisierten Veranstaltung in der Pressetonne hatte Schülerin Mette auf das Insektensterben hingewiesen.

Und die Gymnasiastin ließ nicht locker. Nach der Gesprächsrunde ging sie noch einmal auf Zschommler zu - mit Erfolg. Der Landwirt will Ende April/Anfang Mai auf einem ein Hektar großen Acker - das sind ungefähr anderthalb Fußballfelder - eine Saatgutmischung für Blühflächen aufbringen. "Für die Insektenweide würde ich gern Patenschaften anbieten", sagt Zschommler. Der Preis betrage 50 Cent pro Quadratmeter. Interessierte könnten sich bei ihm melden. "Diese Idee wird in anderen Regionen bereits umgesetzt", sagt Zschommler. So bietet der Bayerische Bauernverband laut seiner Internetseite seit diesem Jahr Patenschaften für Blühflächen im Landkreis Donau-Ries an. Für 20Cent pro Quadratmeter.

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Elftklässlerin Mette sieht in Zschommlers Vorhaben einen positiven Ansatz. "Grundsätzlich ist es eine gute Idee, die Insekten-Population zu fördern", sagt die Schülerin. Allerdings sei die Umgebung des Blühfeldes wichtig. Denn wenn es von Ackerflächen mit Pestizidverwendung umschlossen sei, wirke sich das nachteilig auf Blühflächen und Insekten aus, sagt Mette. Laut Landwirt Zschommler grenzt die Insektenweide auf der ersten Seite an die Ortschaft Langhennersdorf, auf der zweiten Seite an eine Wiese, Bäume und Acker, auf der dritten Seite an ein Weizenfeld und auf der vierten Seite an die künftige Blühfläche der örtlichen Agrargenossenschaft.

Letzteres bestätigt Rolf Büttner, der Chef der Agrargenossenschaft Langhennersdorf. Sein Unternehmen lege dieses Jahr eine 22Hektar große Blühwiese an - als sogenannte Greening-Fläche. Dazu muss man wissen, dass Landwirtschaftsbetriebe, die mehr als 15 Hektar Land bewirtschaften, seit 2014 fünf Prozent ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche brach legen müssen. Von Anfang April bis Ende Juni gilt dort Mäh- und Bearbeitungsverbot. Dafür erhalten die Bauern vom Bund eine Greening-Prämie.

Gunther Zschommler prüft derzeit noch, ob seine Blühwiese eine Greening-Fläche wird. Fördermittel für das "Projekt in Langhenno" habe er nicht erhalten, weil diese bereits ausgeschöpft sind. Frank Meyer, der Pressesprecher des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, bestätigt auf Anfrage: "Wegen des großen Interesses der Landwirte sind die dafür vorgesehenen Mittel teilweise schon ausgeschöpft." Auf Ackerland könnten keine Zuschüsse für neue Flächen mehr ausgereicht werden. In Mittelsachsen würden bisher Blühwiesen auf 1532 Hektar Ackerland und auf 6232 Hektar Grünland bezuschusst.

Interessierte für eine Blütenwiesen-Patenschaft können sich unter der Telefonnummer 0162 6575071 bei Gunther Zschommler melden.

 

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    7
    Tauchsieder
    13.04.2019

    Das verstehen die Schüler leider nicht "Chill......" das alles nur mit Geld zusammen hängt und keine wahre Überzeugung dahinter steht. Später einmal, wenn sie das wahre Leben eingeholt hat, werden sie dieses erst begreifen.

  • 5
    9
    Chillinger
    13.04.2019

    Ernsthaft? Ich vermisse bei dem Artikel das Wort "Anzeige". Wenn man sich den gewünschten Preis von Euro 0,50 pro Quadratmeter mal anhört, dann hört sich das nach einer Goldgrube an. 5.000 Euro für einen Hektar ist eine stolze Ansage. Und wie lange bleibt denn dann die Wiese für Insekten bestehen? Bei dem Preis müssten es ja Jahrzehnte sein... Herr Zschommler hat wohl nun auch die grüne Welle für sich entdeckt. Echte Überzeugung sieht anders aus.



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