Naschobst gefällig oder Schokoladenklee?

Wer nach Ausgefallenem für Balkon und Garten sucht, wird beim "Blühenden Sachsen" fündig und erfährt, was Trend ist.

Etwas von Volksfest hat die Aktion "Blühendes Sachsen". Da strömen Leute am letzten Aprilwochenende in Baumschulen und Gewächshäuser von Gärtnereien, schnuppern an Kräutern und Blumen, verharren vor Pflanzenschönheiten und füllen wenig später jedes freie Plätzchen in Autos und Fahrradkörbchen mit den erworbenen Schätzen. Noch ein bisschen verklärt von dem Gesehenen und mit dem unausweichlichen Gedanken: Eigentlich hätte ich noch mehr mitnehmen können. Aber: der Garten ist kein Gummiband zum Ziehen.

Jedes Jahr gibt es Trends zum Bepflanzen von Schalen, Balkonkästen und Beeten. Rosa mit Lila kombiniert sind die Farben 2017. Glück für mich, weil das meins ist, allerdings mag ich diese Farbzusammensetzung, aufgepeppt mit ein bisschen Weiß, schon einige Zeit. Zufall eben. "Ton in Ton mögen viele Kunden, auch Blau und Lila wird viel kombiniert", sagt Ute Bimberg von der gleichnamigen Freiberger Gärtnerei. Sie und ihre Mitarbeiterin Susann Wisniewski hatten viele Blumenkästen nach diesem Motto bepflanzt, was manchem Besucher die Auswahl für daheim erleichterte.


Sabine Limbach, Geschäftsführerin der Freiberger Baumschule, lassen Trends persönlich ziemlich kalt. Bei ihr muss es bunt im eigenen Balkon- oder Terrassenkasten blühen. Weiß, blau, rot und überhängend. Lobularia, gefüllte hängende Pelargonien, Glücksklee, Fächerblume. "Wichtig ist, gute Balkonpflanzenerde zu nehmen und gleich einen Langzeitdünger mit einzuarbeiten", rät die Fachfrau. Doch auch denen, die es trendig mögen, kann sie helfen. "Viele Leute setzen sich zum Beispiel Naschobst in den Garten oder auf den Balkon", erzählt sie. "Das reicht von der Maibeere bis zur Herbsthimbeere." Kein Problem auch bei wenig Platz, immerhin gibt es schon Zwerghimbeeren im Topf. Zunehmend gefragt sind auch klein bleibende Gehölze und Bäume, wie Zieräpfel. Ab und an kommt auch Kundschaft, die es ganz speziell mag. "Eine Familie wollte den Garten ganz in Weiß haben, und auch passend zur Farbe der Hauswand suchen sich die Leute oft ihre Pflanzen aus", so Limbach.

Kräuter und Gemüse, darunter ausgefallene Sorten, sind seit Jahren ebenso der Renner. Vom Wasabi-Rucola bis zu Knobigras, Pilz- oder Cola-Kraut und historischen Tomaten. Etliche Gemüsenarren fotografierten die Pflanzenbeschreibungen letzterer gleich, um bei solch raffinierten Namen wie Andine Cornue aus den Anden, Noire de Crimée oder Berner Rose, einer alten Schweizer Sorte, nicht durcheinander zu kommen.

Wer sich auf Schatzsuche ins "Blühende Sachsen" begibt, hat sich oft schon im Internet schlau gemacht, was es Neues auf dem Pflanzenmarkt gibt. Überraschungspflanze ist diesmal eine Begonie namens Mariechen, die nach Rosen duftet. Aber auch die Petunie Night Sky ist etwas, was noch nicht jeder hat. Sie brilliert lila/weiß getupft. Ja, und da wären noch die Balkonblumen Bidens, die nicht mehr nur wie gewohnt gelb daherkommen, sondern neuerdings auch in strahlendem Orange leuchten und Schmetterlinge und Bienen anlocken. Für anspruchsvolle menschliche Genießer dagegen gibt es Schokoladenklee, der nach der Süßigkeit duftet.

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