Nassau im Husky-Fieber

Hunderte Zuschauer feuerten zum Schlittenhunderennen die Gespanne aus Mensch und Tier an. Ein Rennen der Superlative: Das Wetter traumhaft, die Kulisse auch, und mit rund 100 Startern kamen so viele wie nie zuvor.

Nassau.

Ausnahmezustand in Nassau: Denn am Wochenende haben Dutzende Schlittenhunde mit ihren Fahrern, Musher genannt, ein sport- und gleichermaßen tierbegeistertes Publikum auf dem Gelände zwischen Kalkstraße, Drachenkopf und Gimmlitztal begeistert. Gut 100 Teilnehmer aus Deutschland, Polen, Tschechien und den Niederlanden starteten mit ihren Tieren in zwei Wertungskategorien: den Sprint- sowie den Mitteldistanz-Strecken. Wobei jeder Starter beide Wertungstage bestreiten musste. Schließlich werden bei dem Wettkampf die beiden Einzelstartzeiten zu einem Endergebnis addiert.

In den Zuschauerrängen herrschte Volksfeststimmung. Gebannt verfolgten die Gäste die Gespanne aus Mensch und Tier, die sich auf den Strecken - die längste eine 32 Kilometer lange Schleife - eine erbitterte Tempojagd lieferten. "Wir leben Hund", brachte es Rennleiter Thomas Schurig auf den Punkt. "Steht dieses Spektakel an, ist der ganze Ort auf den Beinen. Da sind eingespielte Leute aus den Vereinen und der Feuerwehr am Werk, die alle zum Gelingen beitragen. Dabei haben wir immer wieder einen sehr guten Ruf in der Szene zu untermauern."

Schurig nannte die Trümpfe, mit denen Nassau punktet: "Neben dem kompakten sportlichen Ereignis ist es der Verbund von Natur- und Familienerlebnis, ein Hauch von Abenteuer schwingt mit." Weitere Vorteile liegen für den Rennleiter auf der Hand. So könnten die Besucher, beliebte Hunderassen kennenlernen und die Tiere sogar streicheln. "Das macht ihnen Spaß."

Doch die Rekordbeteiligung von rund 100 Startern hat seine Schattenseiten. Erstmals in der Geschichte des Rennens mussten die Organisatoren Mushern eine Absage erteilten. Thomas Schurig verwies darauf, dass jeder Teilnehmer im Schnitt acht Hunde mit hatte. In Nassau waren deshalb nicht nur die vielen Wohnmobile der Akteure und deren Hundeanhänger unterzubringen, sondern auch, den Hochrechnungen der Gastgeber zufolge, an die 800 Hunde.

Während in den Vorjahren das Wetter den Organisatoren mitunter einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und das Rennen mangels Schnee ausgefallen war, sah es diesmal anders aus. Die Bedingungen waren nahezu ideal. Einzig das zeitweilige Tauwetter forderte die Schlittenhundelenker, die besonders vorausschauend fahren mussten, damit ihre Tiere nicht im Schnee einbrachen. Auch für die Organisatoren war die weiße Pracht herausfordernd. Nicht nur die Strecke, Trail genannt, galt es herzurichten. Auch das Fahrerlager, Stake-Out genannt, musste von Schnee beräumt werden.


Der Lenker

Andreas Heuer aus Niedersachsen, ein Musher, also einer, der das Hundeschlittengespann lenkt, fährt seit 20 Jahren zu solchen Events und sagt: "Ich bin begeistert von den hiesigen Schneeverhältnissen, die aber ein vorausschauendes Fahren verlangen." Heuer startet mit acht Mischlingen -einem Mix aus Deutschem Kurzhaar, Husky und Windhund - bei der Stage Race, einer Rennserie, zur der Nassau zählt. Den letzten Winter beschreibt er als fordernd. Denn: "Zumeist galt es Räder unter die Schlitten zu schrauben." Die Nassauer Strecke punkte " mit seiner Streckenführung und dem sportlichen Anspruch in einer wunderschönen Landschaft." (hy)


Die Richterin

Babette Müller war als Wettkampfrichterin im Einsatz. "Ich pflege mit meinem Mann die Leidenschaft für den Schlittenhundesport. Wir sind als Aktive aber auch als Helfer dabei", sagt die Penigerin, die mit Wohnmobil und Hundeanhänger angereist war. "Die Gegebenheiten hier sind klasse. Das Organisationsteam gleicht einer großen Familie. Das Publikum ist aufgeschlossen und wissbegierig", so Müller. Als Wettkampfrichter führte sie in diesem Jahr auch die Starterliste, in der alle Fahrer samt Renndaten wie der Name der Hunde vermerkt sind. "So sieht man, dass bei den Siberian Huskys etwa Lucille, Henry oder Angus beliebte Namen sind." (hy)


Die Helfer

Janko Hennig (grüne Jacke) aus

Nassau, präparierte mit Randy Rabe mit einem Pistenfahrzeug die Strecke. Als Herausforderung bezeichnet diese Aufgabe Hennig, der seit mehr als zehn Jahren das Rennen mit vorbereitet, auch, um "unseren Heimatort in gutes Licht zu stellen". Normalerweise dauert der Einsatz eine Woche. Diesmal saßen beide aufgrund der Schneemengen und des Schneebruchs, wie das Mitglied des Heimatvereins sagt, "zwei Wochen auf dem Bock unseres Pistenbullys". Dabei dankt Hennig auch dem Staatsforst, der grünes Licht gab. "Fakt ist, dass wir an unser organisatorisches Leistungsvermögen gestoßen sind." (hy)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...