Naturschützer: Schakalfoto gleicht Lottogewinn

Bilder einer privaten Wildkamera schoben die Debatte um ein seltenes Tier an. Das zweifelt ein weiterer Fachmann an.

Freiberg.

Schakal oder Fuchs? Immer noch wird über die Fotos einer Wildkamera diskutiert, die ein Ehepaar jüngst in seinem Garten in der Anlage "Am Waldcafé" am Ortsrand zwischen Kleinschirma und Kleinwaltersdorf aufgenommen hat. Allerlei Vierbeiner - Waschbären, Füchse und Katzen - hielt die Kamera als nächtliche Besucher fest. Ein Bild jedoch fiel aus der Reihe: Handelt es sich dabei etwa um einen Goldschakal?, fragten die Garteninhaber.

Zwar hatte Biologe Dr. Ulrich Zöphel vom Referat Artenschutz im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie anhand der nächtlichen Wildkamera-Bilder sofort erklärt, dass es sich um unterschiedliche Füchse handelt, doch die Zweifel daran scheinen nicht ganz ausgeräumt.

Auch Ralph Scheel, Vorsitzender des Lausitzer Vereins First Aid for Wonderful Nature (Erste Hilfe für die wundervolle Natur), schaltete sich in die Diskussion ein und bestätigte die Aussage des Biologen: "Auf den Bildern ist jeweils ein Fuchs zu sehen. Auf einem Foto ist es eine junge Fähe, auf dem zweiten ein Rüde", erklärt Scheel. Nach seinen Worten käme es einem Lottogewinn gleich, Goldschakale vor die Kamera zu bekommen. "Und wenn, dann nur tief im Wald oder in Tagebaugebieten", fügt er an und erklärt: "Seit 18 Jahren beschäftigen wir uns mit weltweiten Tierartenschutzprojekten, in der Lausitz mit dem Wolfsmonitoring für das Lupus Institut, für das Landesumweltamt Brandenburg und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt." Scheel räumt ein, dass es leicht sei, den Goldschakal mit Wölfen oder auch Füchsen zu verwechseln. Doch er habe andere Merkmale, darunter seitlich abstehende Ohren und eine andere Fellzeichnung. Das nachtaktive und höchst scheue Tier konnte laut Scheel bislang nur in Nord-Sachsen 2018 zufällig innerhalb des Wolfsmonitorings nachgewiesen werden. "Der Schakal meidet Besiedlungsgebiete und zieht höchstens an Ortschaften vorbei."

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