Nestbau-Zentrale: Kreis sieht bisherige Ergebnisse positiv

Rund 80 Rückkehrer nach Mittelsachsen nutzten bislang den Service etwa bei Wohnungs- oder Jobsuche. Den Rückgang der Bevölkerung wiegt das aber nur schwer auf.

Freiberg/Flöha.

Mit mehr als zehn Ausstellern und sieben Referenten handelt es sich um den Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe. Das erhofft sich die Nestbau-Zentrale Mittelsachsen laut eigener Ankündigung vom Aktionstag "Ländliches Bauen", dem dritten seiner Art in diesem Jahr, der diesmal für den 27. Oktober in der Villa Gückelsberg in Flöha vorgesehen ist. "Wer also vor der Entscheidung steht, mit dem Bau oder der Sanierung eines Hauses einen Bund fürs Leben einzugehen oder schon mitten in verschiedenen Bauphasen steckt und noch den ein oder anderen Ratschlag benötigt, ist hier herzlich willkommen."

Seit zwei Jahren ist die Nestbau-Zentrale ein Baustein des Landkreises, damit Menschen zurück nach Mittelsachsen kommen - oder dem Landkreis gar nicht erst den Rücken zu kehren. Finanziert wird die Agentur über ein Modellprojekt des Bundes. Die Kreisverwaltung ist mit der Arbeit der in Döbeln angesiedelten Zentrale zufrieden. "Der Service wird seit Projektbeginn 2016 sehr positiv wahrgenommen und findet immer wieder Zuspruch", sagt Landratsamtssprecher André Kaiser.

So erhielt laut Kaiser die Zentrale seit Projektbeginn mehr als 250 Anfragen. Mehr als 80 Rückkehrer nahmen oder nehmen den Service in Anspruch. "35 Unternehmen arbeiten seit Projektstart mit Nestbau bei der Fachkräftesuche und anderen Themen zusammen", fährt Kaiser fort. Auch rund 45 Bleibewillige seien bislang beraten worden - oft zum Thema Bauen und Sanieren sowie bei der Suche nach Immobilien. Allein dieses Jahr trafen bisher mehr als 70 neue Anfragen von Nestbauern ein. Die Internet-Seite registriert monatlich mehr als 300 Besucher.

Um die Heimatverbundenheit zu erhöhen, setzt die Zentrale bereits in Kitas und Grundschulen an. "Wir sehen die demografische Entwicklung und den Einwohnerrückgang als die große Herausforderung der Zukunft an", begründet Kaiser. Landkreis und Kommunen wollen deshalb ein attraktives Wohn-, Arbeits- und Lebensumfeld bieten, Kampagnen wie "Mein Platz zum wachsen" sollen davon künden. Und ist der Entschluss zum Umzug erst einmal gefasst, hilft die Nestbau-Zentrale.

Wer sich die Bevölkerungsentwicklung genauer anschaut, sieht, dass 80 Rückkehrer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Seit Bestehen hat der Kreis einen Bevölkerungsschwund von acht Prozent zu verzeichnen. "Im Jahr 2015 ergibt sich erstmals seit 1990 ein positives Wanderungssaldo in Mittelsachsen", heißt es in einer Analyse der Fachkräfte-Allianz. Das lag aber an der Zuwanderung von Ausländern. "Betrachtet man nur die Wanderungsbewegungen der Deutschen, ergibt sich ein negatives Wanderungssaldo von 865 Personen."

Mit Messen wie "Schule macht Betrieb", der Woche der offenen Unternehmen, dem Job- und Karrieretag hält der Landkreis Mittelsachsen dagegen. Kaiser: "Eine weitere Messe ist seitens der landkreiseigenen Gesellschaft GSQ im November geplant. Weitere Kampagnen sind in Vorbereitung."

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