Neue Ideen für alte Porzelline

Zum siebten Mal hat Oberbürgermeister Sven Krüger zum Bürgerdialog eingeladen. Auch wenn nur wenige Interessierte kamen - Spannende Neuigkeiten gab es trotzdem.

Freiberg.

Zum siebten Mal stand der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger beim Bürgerdialog Rede und Antwort. Damit endete seine erste Runde durch die verschiedenen Stadtteile. Im Herbst beginnt die Gesprächsreihe von vorn. Am Dienstagabend war mit dem "Freiberg Ost" überschriebenen Quartier, welches das Donatsviertel, das Himmelfahrter Revier und das Hüttenviertel umfasst, ein Stadtteil mit niedriger Bevölkerungszahl an der Reihe. Das spiegelte sich in der geringen Zahl jener wieder, die den Weg in den Konferenzraum des Kreiskrankenhauses Freiberg fanden. Für sie gab es dennoch interessante Neuigkeiten.

Reiche Zeche: Ihr kommt dieses Jahre eine besondere Stellung zu, ist sie doch dezentraler Teil der sächsischen Landesausstellung zum Thema Industriekultur. "Dafür wird derzeit ein Bergbau-Erlebnispfad kreiert", berichtete Sven Krüger. Dieser soll zusätzlich die touristische Attraktivität steigern. Auch will man dafür sorgen, dass das Silberbergwerk auf dem Gelände am Fuchsmühlenweg künftig fußläufig besser zu erreichen ist.


Porzellanfabrik: Für das Gelände an der Himmelfahrtsgasse, besser als Porzelline bekannt, gab es immer wieder Ideen und Planungen, wie man es künftig nutzen könnte. Das markante Hauptgebäude, vom Architekten Werner Retzlaff 1921 und 1922 geschaffen, nebst den weiteren Hallen, verfällt immer mehr und ist zudem Vandalismus in steigender Form ausgesetzt. Bis 1999 wurde hier produziert, seither ist das Areal ungenutzt und befindet sich im Besitz der Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft. Nun soll sich endlich etwas tun. "Wir haben vor drei Wochen Anträge auf entsprechende Fördermittel gestellt", gab Krüger bekannt. Dabei geht es nach seinen Worten um den Erwerb und die Umgestaltung des Geländes und der Gebäude. "Wir wollen dort gerne einen Gewerbestandort entwickeln", führte Martin Seltmann vom Referat für Stadtentwicklung und Bauwesen aus. Dafür sei das Gebiet auch ausgewiesen. Das bereits existierende Gewerbegebiet gleich nebenan würde dadurch erweitert. "Im innerstädtischen Raum haben wir sonst kaum so etwas", sagt Seltmann. Der Bau von Wohnhäusern sei dort nicht möglich.

Donatsfriedhof: Der Oberbürgermeister würde gern das ehemalige Krematorium beispielsweise als Urnenhalle nutzen. Eine entsprechende Sanierung nebst Umbau des Salzmann-Baus aus den 1920er-Jahren wäre aber ein Millionenprojekt. In diesem Zusammenhang kam von den Bürgern die Frage, ob denn nicht doch wieder Beerdigungen auf dem historischen Friedhof stattfinden könnten. 1987 war die Anlage dafür aus hygienischen Gründen gesperrt worden. Auch heute sei es noch so, dass die Aufnahmefähigkeit des Bodens für Beerdigungen nicht ausreiche, hieß es. Vor zweieinhalb Jahren habe der Stadtrat einen Antrag auf Öffnung des Friedhofs beim Landratsamt gestellt. Der ist abgelehnt worden, worauf man vor einem Jahr in Widerspruch ging. Die Antwort steht noch aus.

Himmelfahrtsgasse: Künftig könnte die Himmelfahrtsgasse von den Gleisen in Richtung Porzelline ausgebaut werden. Damit sei sie besser zu befahren. Doch sei man hier, laut Tiefbauamtsleiter Tom Kunze, mit den Überlegungen erst ganz am Anfang.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...