Neuer Backofen wartet auf Einsatz

Die Winterarbeiten im Dorfmuseum Gahlenz fallen Corona zum Opfer. So wird wohl erst im Herbst wieder Brot gebacken.

Gahlenz.

20 Jahre hatte der alte Ofen im Backhaus seinen Dienst getan. 2017 fing er an zu schwächeln. Eine Reparatur war unvermeidlich. Doch guter Rat war im wahrsten Wortsinn teuer: genau 6000 Euro. So viel sollte der Neubau kosten, für den die Gahlenzer erneut den einstigen Erbauer, Lehmbauexperte Eckhard Beuchel aus Blankenhain, gewinnen konnten. Und so ging man in die Spur nach Fördermitteln. Wie Heimatvereinsmitglied Lothar Hofmeister sagt, wurde man im Förderprogramm "Land(auf)schwung" des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fündig.

Zu den Winterarbeiten im März 2019 zogen die ehrenamtlichen Bäcker vom Verein zum letzten Mal Brot und Zuckerkuchen aus dem Ofenschlund. Im April traf der Zuwendungsbescheid über 3000 Euro ein, was hieß: Der Rest muss in Eigenleistung kommen. Und so begannen im Sommer Hofmeister und weitere Mitglieder des Heimatvereins, dessen Kind das Backhaus ist, mit Eckhard Beuchel mit der Demontage des alten Ofens. Sie bargen in gewaltigen Staubwolken den alten Lehm und die Schamottsteine für die Wiederverwendung. Nur noch die Esse blieb stehen. Doch auch die bekam aus sicherheitstechnischen Gründen einen Edelstahlrohreinsatz. "Die Abgasrohre hat uns die Firma Emele aus Oederan gespendet", berichtet Hofmeister. Und auch, dass die Schlosserei Erik Schiefer in Leubsdorf die komplizierte Ofentür kostengünstig aufgearbeitet hat. Mit Spaß an der Freude haben alle unter Anleitung des Fachmanns den neuen Ofen aufgemauert. Wegen stabilerer Statik nicht wie einst in Tonnen-, sondern in Birnenform. 1200 Euro Eigenleistung von Heimatvereinsmitgliedern standen letztlich zu Buche. Der in der Oederaner Stadtverwaltung tätige einstige Ortsvorsteher von Gahlenz ist dadurch sogar zu einem neuen Titel gekommen: Er darf sich jetzt "Außerordentlicher Lehmbaugehilfe" nennen. Eckhard Beuchel kam zu Weihnachten extra noch einmal nach Gahlenz, um ihm die Urkunde zu überreichen. Da war das erste Probebacken mit Heimatvereinsbäckermeister Klaus Heymann schon über die Bühne gegangen, waren die ersten Brote aus Natursauerteig aus dem neuen Ofen gezogen und gekostet.


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