Niedrigwasser und Trockenheit: Landratsamt Mittelsachsen appelliert an Bürger

Freiberg.

Aufgrund geringer Niederschlagsmengen appelliert die Wasserbehörde im Landratsamt des Kreises Mittelsachsen an die Bürger, "größte Zurückhaltung bei der Wasserentnahme" angesichts niedriger Wasserstände in Bächen, Flüssen, Gräben, Seen, Teichen zu üben. Darüber hat der Sprecher des Amtes, André Kaiser, am Dienstag informiert. Entsprechende Entnahmen dürften den Wasserhaushalt nicht beeinträchtigen, auch nicht als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Gewässer anzustauen sei unzulässig. Gewässerbenutzer, insbesondere Wasserkraftanlagenbetreiber, seien "in der Pflicht, die Mindestwasserführung eigenständig zu überwachen, zu dokumentieren und Maßnahmen nach Bedarf in Rücksprache mit der unteren Wasserbehörde einzuleiten", ergänzte Kaiser. Das Landratsamt erarbeite derzeit eine "Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Gewässerbenutzung im Landkreis Mittelsachsen".

Zum Hintergrund: Im nördlichen Kreisgebiet sind nach Angaben der Behörde, die sich auf Erhebungen des Deutschen Wetterdiensts stützen, seit 1. November 2018 abermals starke Niederschlagedefizite von bis zu 25 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittelwert registriert worden. Diese Defizite schwächten sich Richtung Süden etwas ab und wechseln in den Erzgebirgslagen zu einem leichten Überschuss. "Die Durchflüsse an unseren mittelsächsischen Fließgewässer zeigen aktuell noch ein auch naturbedingt recht differenziertes Bild", erläutert der Erste Beigeordnete Lothar Beier. Die vorherrschende und prognostizierte Wetterlage führe auch in Mittelsachsen zu weiter sinkenden Pegelständen in Oberflächengewässern.


Ausnahmen von der generellen Erlaubnispflicht sind im Wasserrecht durch den "Gemeingebrauch" sowie "Eigentümer- und Anliegergebrauch" normiert. Jedermann dürfe Wasser aus oberirdischen Gewässern nur durch Schöpfen mit Handgefäßen in kleinen Mengen entnehmen, ohne dass es dafür einer gesonderten Erlaubnis bedürfe. Eigentümer von Grundstücken, auch deren Pächter, dürften Wasser aus Teichen oder Flüssen "für den eigenen (auch landwirtschaftlichen) Bedarf erlaubnisfrei mit und ohne Pumpe entnehmen, sofern dadurch keine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit, keine wesentliche Verminderung der Wasserführung, keine anderen Beeinträchtigungen des Wasserhaushalts und keine Beeinträchtigung für andere (zum Beispiel Inhaber von Rechten) zu erwarten sind". (mick)

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