"Noch so viele Dinge zu erledigen"

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In Brand-Erbisdorf wird der Oberbürgermeister neu gewählt. Die "Freie Presse" stellt die Kandidaten vor. Heute: Amtsinhaber Martin Antonow.

Brand-Erbisdorf.

Auch nach zwei Amtsperioden als Oberbürgermeister ist Martin Antonow noch nicht amtsmüde, wie er von sich sagt. Der parteilose Kommunalpolitiker lenkt die Geschicke von Brand-Erbisdorf seit 2007 - und will es auch weiterhin tun. "Es gibt so viele Dinge, die zu erledigen sind, und es gibt viel neues", umreißt der promovierte Geologe seine Vorstellungen für die nächsten Jahre. Allem voran setzt Antonow auf Digitalisierung.

"Die Verwaltung ist wesentlich digitaler als bisher und wird es weiter werden. Ich kann mir zum Beispiel eine BED-App für die barrierefreie Kommunikation vorstellen, die Transparenz und mehr Information fördern, aber auch schnellere Reaktion ermöglichen kann", umreißt der 56-Jährige eines seiner Ziele, falls er erneut gewählt werden sollte. Überhaupt hat Antonow nach eigenen Worten das Feld der sozialen Medien für sich entdeckt und hofft, auch darüber mit jenen "nicht mehr ganz jungen Menschen" in Kontakt zu kommen, denen persönliche Botschaften zu senden am Herzen liegt.

Zu seinen Erfolgen - gemeinsam mit dem Stadtrat und den Lehrern - zählt Antonow, der in Thüringen aufwuchs, in Zeulenroda Abitur ablegte und in Freiberg Geologie studierte, in der Bergstadt vor allem eine "konsolidierte und modernisierte Schullandschaft - trotz aller Probleme mit dem schnellen Internet", wie er sagt. Nun gelte es, den Bildungsstandort digital zu gestalten und zu entwickeln.

Seine Affinität für die Feuerwehren und eine gemeinsam mit dem Stadtverein sich gedeihlich entwickelnde Kulturlandschaft in Brand-Erbisdorf nennt der OB als weitere Erfolge wie Herausforderungen für die nächsten Jahre.

Sich an seine erste OB-Kandidatur erinnernd, sagt Antonow, dass es ihm nach wie vor viel bedeute, Entscheidungen mitzutragen und nahe am Menschen zu sein. Auf 14 Jahre Amtszeit zurückblickend, meint er: "Ich konnte die Detailarbeit nicht so in der Menge verwirklichen, wie man es sich selbst abverlangt." Dennoch sei auch da vieles gelungen. "Zu nennen ist dabei der Erfolg, die Montanregion Erzgebirge als Welterbe zu sichern. Das lag und liegt mir als Geologe besonders am Herzen", sagt er. Schon in seiner vorherigen Tätigkeit als Kustos und stellvertretender Leiter des Naturkundemuseums in Chemnitz habe er mit dem Team für den berühmten Steinernen Wald als Welterbe nachgedacht, sei aber mit der Stadt nicht wirklich vorangekommen.

Zu seinen Stärken zählt Antonow nach eigenen Worten seine Belastbarkeit, seine Ideen und sachbezogene Arbeit aufgrund seiner Lebenserfahrung "Ich habe Schwung", fasst er es zusammen. Allerdings sei er kein schneller Entscheider und wäge manchmal zu viel und zu lange ab, schätzt er als eine Schwäche ein. Vielleicht setze er manchmal bei anderen zu viel voraus im Sinne einer einheitlichen Auffassung.

In seiner Freizeit ist der Langenauer viel in der Natur und geht gern zur Jagd. Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes. Das Fahrradfahren - besonders mit E-Bike - das Schreiben und Lesen nennt er als weitere Hobbys.


Leser können Fragen stellen

Am 7. Februar wählen die Brand-Erbisdorfer ihren Oberbürgermeister. Die drei Kandidaten sind: Amtsinhaber Dr. Martin Antonow (parteilos), Mirko Espig (CDU) und Michel Franz (parteilos). Sollte im ersten Wahlgang kein Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, folgt am 28. Februar 2021 ein zweiter Wahlgang. Dann ist gewählt, wer die höchste Stimmenzahl auf sich vereint.

Die "Freie Presse" diskutiert am 2. Februar in einem Online-Forum mit den OB-Kandidaten. Moderatorin ist Astrid Ring, Redakteurin in der Lokalredaktion Freiberg. Die Brand-Erbisdorfer können Fragen einreichen, die im Forum beantwortet werden sollen. Die Fragen sind per E-Mail an red.freiberg@freiepresse, Kennwort OB-Wahl Brand-Erbisdorf, oder per Post an die "Freie Presse"-Lokalredaktion, 09599 Freiberg, Kirchgäßchen 1, zu richten. (ar)www.freiepresse.de/ob-brand

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