Notlösung für Wassernot in Sicht

Einwohner von Haida und Erlicht sitzen seit Monaten auf dem Trockenen - ihre Brunnen geben nichts mehr her. Schnelle Hilfe ist gefragt.

Halsbrücke.

Die Einwohner schaffen sich große Behälter an, der Wasserzweckverband Freiberg (WZF) schickt Tankwagen und die Gemeinde Halsbrücke zahlt die Transportkosten - so sieht die Notlösung für die akute Wassernot in den Halsbrücker Ortsteilen Haida und Erlicht aus, die Bürgermeister Andreas Beger (CDU) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend vorgeschlagen hat. Pro Kubikmeter Wasser müssten die Bürger 1,79 Euro netto zahlen, so der Rathauschef.

Parallel dazu sollen die Kosten ermittelt werden, die für einen Anschluss an die Trinkwasserleitung erforderlich wären. "Die konkreten Zahlen werden voraussichtlich im ersten Quartal nächsten Jahres vorliegen", erklärte Beger, "dann wissen wir auch, welche Beträge auf die einzelnen Grundstückseigentümer zukämen." Haida und Erlicht gelten als "Brunnendörfer" - damit sind Siedlungen gemeint, die nicht am Trinkwassernetz hängen. Die anhaltende Trockenheit hat dieses Jahr aber bereits viele Brunnen versiegen lassen.

Alle Brunnendörfer im WZF-Gebiet an eine Trinkwasserleitung anzuschließen, würde etwa 10 Millionen Euro kosten, hatte der Rathauschef unlängst auf einer Versammlung in Oberschaar erklärt; allein für die 21 Grundstücke an der Erlichter Straße seien 268.000 Euro erforderlich. Im Verbandsgebiet hätten insgesamt etwa 2300 Bürger keinen Anschluss ans Trinkwassernetz. Rund 40 der Betroffenen waren vor über einem Monat ins Bürgerhaus Oberschaar gekommen. Sie schilderten, dass sie nur auf Arbeit oder bei Verwandten in anderen Orten duschen und Wäsche waschen könnten. Diese Argumente spielten am Donnerstagabend ebenso wieder eine Rolle wie die Belastung des Grundwassers mit Nitraten und Schwermetallen - ein Dutzend Betroffene waren zur Einwohnerfragestunde erschienen.

"Ich fühle mich nicht ernst genommen", sagte Carmen Helmich nach der Ratssitzung. Sie habe den Bürgermeister bereits im August auf die in diesem Jahr besonders prekäre Lage hingewiesen: "Erst nach Monaten wird uns jetzt die Behelfslösung offeriert. Da fragen wir uns natürlich, wie lange wir damit dann leben sollen." Die Familie, die auch einen Gartenbaubetrieb führt, habe schon seit 1991 immer wieder um einen Trinkwasseranschluss gebeten, ergänzte Hans-Peter Helmich. Erst kürzlich seien beim WZF offiziell 33Anschlussanträge aus Haida und Erlicht gestellt worden.

Zu den Betroffenen zählt auch Monika Zeuner. "Wir haben wahrscheinlich eher einen Breitbandanschluss als eine Wasserleitung. Aber leider können wir im Internet kein Wasser bestellen", lautete der Kommentar der Haidaerin angesichts eines Tagesordnungspunktes, den der Gemeinderat unmittelbar zuvor behandelt hatte.

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