NPD- und Gegendemo bleiben friedlich

Polizei hält die Teilnehmer in Freiberg zueinander auf Abstand

Freiberg.

"Migration tötet" versus "Rassismus tötet": Diese konträren Ansichten sind am Dienstagnachmittag am Rande des Freiberger Obermarktes aufeinandergetroffen. Die NPD hatte zu einer Mahnwache unter dem Motto "Migration tötet" aufgerufen, Amelie Windschuh als Privatperson später eine Gegendemonstration "Verfassungsfeindlich - Bei uns nicht" gestartet.

Während die NPD mit laut Landratsamt etwa 20 Teilnehmern und einem Stand aufwartete, nahmen an der Gegendemo etwa 120 Teilnehmer teil. Die Kundgebungen - die NPD stand an der Ecke Obermarkt/Burgstraße, die Gegendemo Richtung Petersstraße - waren räumlich getrennt.

Die NPD argumentierte mit angeblich kriminellen Ausländern, mit dem dummen deutschen Michel, der sich abrackere, damit "die anderen schmarotzen und wie Fürsten residieren können", auf Flüchtlinge, die in Kursen lernten, wie man deutsche Frauen anmache. Während Passanten meist schnell vorbeiliefen, gab es bei der Forderung nach Abschiebungen Beifall und "Jawoll"-Rufe. Die Teilnehmer der Gegendemonstration standen in einer Gruppe, in deren Mitte Redner für ein buntes Freiberg plädierten. Man sei optimistisch und habe Spaß am Miteinander. Und: "Wir haben keinen Platz für die Gegner unserer Demokratie."

Gegen 15.45 Uhr und damit früher als angesetzt, lösten sich die Demos auf. Zwischenfälle gab es laut Landratsamt nicht. Laut Polizeisprecherin Jana Ulbricht hielten Beamten aber ein gutes Dutzend Personen der Gegendemo davon ab, zur NPD zu stoßen: "Ein gutes Dutzend Personen, welche aufgrund der Sprechchöre der Gegenversammlung zuzurechnen war, hatten zeitnah nach Beginn der Versammlung versucht, weiter in Richtung der NPD-Versammlung zu gelangen. Durch die Einsatzkräfte wurde ein Weiterlaufen unterbunden." Insgesamt waren laut Polizeiangaben 34 Beamte des Reviers Freiberg sowie der sächsischen Bereitschaftspolizei vor Ort.

Aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik geht hervor, dass 2018 in Mittelsachsen 5028 Tatverdächtige ermittelt wurden. Dabei handelte es sich um 4290 deutsche und 738 nichtdeutsche Tatverdächtige. 

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