Nun surfen auch die Brander am Markt

Seit Anfang Dezember hat Brand-Erbisdorf einen W-Lan-Hotspot im Stadtzentrum. Die Oberschüler müssen sich weiter gedulden.

Brand-Erbisdorf.

Die Freiberger tun es. Die Oederaner tun es. Auch in Augustusburg, Mittweida, Rochlitz, Penig und Frankenberg surfen die Menschen auf den Marktplätzen im Netz. Nun reiht sich auch Brand-Erbisdorf ein: Seit Anfang Dezember können sich Menschen auf dem Markt mit dem Smartphone in das öffentliche W-Lan "Brand-Erbisdorf.wifi" einklinken.

Der Hotspot am Markt ist der erste von dreien, die in Brand-Erbisdorf entstehen sollen. Weitere sind am Campus der Oberschule sowie am Museum Huthaus Einigkeit geplant. "Sie sollen alle aus einem Guss sein, werden aber aus verschiedenen Fördertöpfen unterstützt", erklärt Britta Brinster von der Stadtverwaltung. Daher sei das Projekt nicht ganz einfach umzusetzen. Für die beiden Hotspots Markt und Museum schätzt die Verwaltung die Kosten auf rund 40.000 Euro, davon mehr als die Hälfte für Tiefbauarbeiten. Eine exakte Abrechnung liege im Moment noch nicht vor, so Brinster.

Um ein öffentliches W-Lan-Netz herzustellen, muss ein sogenannter Accesspoint (Zugangspunkt) eingerichtet werden, der als Schnittstelle zwischen dem Lan- und dem W-Lan-Netzwerk fungiert. "Es ist ein offenes System", betont Brinster, "da muss jeder sein Gerät selber schützen." In Rathaus und Stadthaus reiche das drahtlose Internet allerdings nicht hinein.

Noch nicht nutzbar ist der W-Lan-Hotspot vor der Brander Oberschule. Genau vor einem Jahr hat die Stadt beim City-Wettbewerb "Ab in die Mitte" den Sonderpreis für das außergewöhnliche Campus-Konzept abgesahnt. 5000 Euro Preisgeld sollten in eine W-Lan-Zone vor dem Schulgebäude fließen. Im Januar hatte Bauamtsleiter Dierk Schülke erklärt, dass bereits Leerrohre verlegt werden, um die Datenleitung zum Sender zu bringen. Die Hotspots werden in den Lampen mit eingebaut und im Zusammenhang mit den Außenanlagen fertiggestellt. Im Frühjahr sollte die Verbindung stehen. Doch die beauftragte Baufirma meldete Insolvenz an.

Nach der erneuten Ausschreibung wurden zweiter und dritter Bauabschnitt nun zusammengefasst, so Schülke auf Nachfrage. Derzeit ruhen die Arbeiten: Winterpause. Je nach Wetter soll es im März weitergehen. Zuletzt klaffte ein großes Loch vor dem Eingangsbereich der Schule. Ursprünglich sollte die Treppe im Bestand saniert werden. Bei den Bauarbeiten sind jedoch an den Kelleraußenwänden unterhalb der Treppe massive Bauschäden zu Tage getreten, schildert Schülke. "Die Wände mussten isoliert und gedämmt werden, um die Bausubstanz zu sichern." Im Frühjahr geht es weiter mit den Freiflächen. Die Außentreppe ist mit den alten Stufen inzwischen neu gesetzt.


So machen es andere

Oederan war 2015 einer der ersten Orte in Sachsen, der ein öffentliches, kostenloses W-Lan-Netzwerk hatte. Inzwischen wurde es in der Innenstadt und auf die Sport- und Freizeitanlage Schönerstadt, die Dreifeldsporthalle sowie die Familien- und Erlebniswelt ausgeweitet.

Augustusburg ging im Dezember 2016 testweise im öffentlichen W-Lan online. In fünf Laternen sind die Hotspots integriert. Derzeit sind sie außer Betrieb, da sie wieder umgebaut werden, um voraussichtlich Ende Januar mit Breitband an den Start zu gehen, heißt es aus dem Rathaus.

Frankenberg hat kürzlich intensiv über öffentliches W-Lan diskutiert; im Haushalt 2020 ist es mit enthalten und könnte 2023 dann funktionieren. Freifunk Chemnitz hat bereits ein W-Lan-Netzwerk am Markt installiert.

Hainichen hat seit März 2018 auf dem Markt durch Freifunk Chemnitz auch kostenloses W-Lan. (cor)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...