OB Krüger: Kein Christmarkt hinter Zäunen

Trotz steigender Corona-Infektionen laufen die Vorbereitungen für den bekanntesten Weihnachtsmarkt der Region: mit Abstand, aber ohne Anmeldepflicht.

Freiberg.

Advent ohne Weihnachts- oder Christmärkte? Was vor einem knappen Jahr noch unvorstellbar war, wird in einigen Orten nun zur Realität. Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger jedoch hält am 31. Christmarkt vom 24. November bis 22. Dezember fest.

"Es wäre ein verheerendes Signal, wenn es in diesem Jahr keinen Christmarkt geben würde", so Krüger am Donnerstag. Deshalb würden die Vorbereitungen auch weiterhin laufen. Geplant ist, dass Stände sowohl auf dem Ober- als auch auf dem Untermarkt aufgebaut werden. Einige Buden, die ansonsten auf dem Obermarkt zu finden waren, sollen am Fuße des Domes stehen. Am heutigen Freitag endet die Bewerbungsfrist für Händler. Danach beginnt die Auswahl.

Eine frühere Idee, in die Christmarktgestaltung auch den Schloßplatz einzubeziehen, sei verworfen worden, sagte Sven Krüger. "Zum Konzept unter Coronabedingungen gehört, dass der Markt räumlich abgegrenzt sein muss", begründete das Stadtoberhaupt. Der Zugang zum Schloss mit Terra mineralia und Eisbahn auf dem Hof könne sonst nur sehr schwer gewährleistet werden. Eine Anmeldepflicht für Christmarktbesucher sei aber nicht geplant. Das sei auch besser so, so Krüger. "Denn mal ganz ehrlich: Einen Christmarkt hinter Zäunen, ich weiß nicht, ob es das ist, was wir wollen."

Die Stadt werde durch die neue Anordnung und die Verteilung des Christmarktes auf zwei Teile der Innenstadt vor allem für mehr Platz sorgen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zudem soll die Entwicklung der Corona-Fallzahlen im Auge behalten werden. Laut Krüger werden die Vorgaben der Landesregierung zur Durchführung von Weihnachtsmärkten berücksichtigt. Unklar sei noch, wie die traditionelle Bergparade integriert werden könne.

Zwar nannte der OB noch keine genauen Zahlen, fest steht aber: Das neue Konzept macht den Christmarkt teurer. Allein die Aufteilung des Marktes auf die beiden Standorte koste einen zusätzlichen sechsstelligen Betrag. "Wir haben uns dennoch dazu entschlossen, ihn stattfinden zu lassen", sagt Krüger bestimmt. "Denn ins Erzgebirge gehört ein Weihnachtsmarkt."

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