Ohne Silber keine Bilder

Gunther Galinsky trifft man selten ohne seine Kamera. Mit ihr hält er Momente des Lebens fest. In seiner Heimatstadt Freiberg und auf der ganzen Welt. Eine Ausstellung widmet sich jetzt dem Schaffen des 80-Jährigen.

Freiberg.

Nahezu sein ganzes Leben beobachtet Gunther Galinsky mit der Kamera in der Hand das "Treiben" um ihn herum - insbesondere in seiner Heimatstadt Freiberg. Schon im Alter von zwölf Jahren hielt er "die Kumpels" im Bild fest. Heute, mit 80 Jahren, kann er auf ein stattliches Werk von fotografischen Dokumenten und Kunstwerken zurückblicken. Viele von ihnen wurden in Form von Auszeichnungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen honoriert.

Eine Retrospektive seiner Arbeiten ist vom 3. August bis 4. November im Stadt- und Bergbaumuseum zu sehen, teilte die Pressestelle des Rathauses mit. Gezeigt werden etwa 100 Fotografien, begonnen bei Bildern aus seiner Jugendzeit in den 1950er-Jahren. Die Besucher erwartet ein breites Spektrum: Porträts, Straßenszenen, Aufnahmen aus ehemaligen Betrieben zur Zeit der DDR und aus seiner Zeit als Haus- und Hoffotograf des Stadttheaters. In einer Dia-Show werden Familienfotos von Urlaubsreisen gezeigt.

Einen Höhepunkt der Ausstellung bilden Fotografien, die bei nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich waren, so das 1978 in Warschau prämierte "Sommersprossenporträt". Es entstand 1973 während eines Studententreffens im Volkseigenen Betrieb Geologische Forschung und Erkundung Freiberg. Für die Teilnahme an Ausstellungen und Wettbewerben reisten Galinskys Bilder nahezu um die ganze Welt, neben den "sozialistischen Bruderländern" ging es schon zu DDR-Zeiten bis nach Spanien (1978), Indien (1980) und Australien (1986).

1938 in Freiberg geboren, erlernte Gunther Galinsky nach dem Besuch der Volksschule den Beruf des Bergmanns und arbeitete unter Tage auf der Reichen Zeche und dem Davidschacht. Im Zuge der Schließung der Freiberger Gruben ab 1958 bildete er sich zum Bergingenieur weiter und war als Erkundungsgeologe im VEB GFE Freiberg tätig. Seit 1992 arbeitete er im eigenen Ingenieurbüro. Seine fotografische Laufbahn begann in den 1950er-Jahren mit ersten Publikationen 1957. Im Jahr 1962 nahm er erfolgreich an der ersten Kreisfotoschau in Freiberg teil und wurde Mitglied im Fotoclub des Kulturbundes Freiberg (heute Freiberger Fotofreunde), den er 50 Jahre leitete (1965 bis 2015). Er erhielt zahlreiche Ehrenpreise im Bereich Fotografie, im Jahr 1999 den Freiberger Bürgerpreis.

Hinter den Fotografien von Galinsky stecken viele Geschichten, von denen nur der Fotograf selbst berichten kann. Daher gibt es als Begleitprogramm zur Fotoschau am 2. September und 7. Oktober, jeweils 14 Uhr, ein Ausstellungsgespräch mit Gunther Galinsky unter dem Motto "Bilder und Geschichten". (fp)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...