Oldtimerpiloten steuern Neuhausen an

Bei der Rallye Elbflorenz war Schloss Purschenstein am Samstag ein Kontrollpunkt - sehr zur Freude der Fans nobler Technik.

Neuhausen.

Markanter Motorensound und chromblitzende Chassis bestimmten am Wochenende die Szenerie auf den Kammstraßen des Erzgebirges. Die Automobilisten der 7. Auflage der Rallye Elbflorenz eroberten mit ihren Oldtimern an zwei Tagen trotz misslicher Regen- und Nebel-Wettereinlagen einige reizvolle Touristikorte zwischen Oberwiesenthal und Altenberg.

Der Startschuss für den von einem Dresdner Medienunternehmen initiierten Leistungsvergleich der noblen aber auch unverwüstlichen Karossen internationaler Modellschmieden fiel bereits am Freitagnachmittag am Fuße des Fichtelbergs. Die gut 70 Kilometer lange Auftaktrunde führte die 180 Lenker samt Beifahrer über das Keilberggebiet ins tschechische Karlovy Vary.

Warmgefahren nahmen die Ausflugshungrigen am Sonnabend die Tour nach Dresden in Angriff. Dabei kutschierten sie ihre Boliden über Jöhstadt und Satzung nach Marienberg, um via Seiffen und Altenberg die Landeshauptstadt zu erreichen.

Auch in Neuhausen wurde die mittägliche Ruhe am Samstag von knatternden Blechrössern und sattem Hupengedröhn für eine Stunde schlagartig durchbrochen. Die Karawane bahnte sich ihren Weg zum Kontrollpunkt vor dem Schloss Purschenstein. Kieselsteine spritzten unter den mächtigen Pneus der englischen Edelmarken zur Seite, Porsche und Maserati-Flitzer setzten rasant Bremsspuren in den Belag - die Enten auf dem Schloßteich flüchteten ans entlegene Gewässerufer.

Noch ehe Hotel-Rezeptionistin Jasmin Christopher zusammen mit ihrer Kollegin Angie Enzmann einen Klapptisch vor der Restauranttür platziert hatten, strömten schon die Co-Piloten der Armada herbei. Rasch zückten diese ihre Bordbücher, sogenannte Roadbooks, um sich mit einem Stempel in dem Dokument das Passieren der Kontroll-Durchfahrtsstelle ins Dokument bestätigen zu lassen. "So eine Aktion hat man nicht alle Tage, es macht Spaß und wir rücken mit unserem Hotelkomplex ins öffentliche Licht", freute sich Gastgeberin Jasmin Christopher.

In der Vordergruppe chauffierte Bernd Füsting mit Geschick den majestätisch wirkenden Bentley Derby heran, Baujahr 1934. "Die Rallye ist eine prima Sache, die Fahrt durchs Erzgebirge erweist sich als sehr reizvoll und die Passanten zeigen sich interessiert", so der Berliner Unternehmer.

Mit Nummer 8 düsten nicht minder stilvoll Heinz-Jürgen Blüm und Jörn Güseweil heran. Ihr aufpolierter Jaguar Mark IV strahlte mit der Sonne um die Wette, die die nicht weniger adrett gekleidete Besatzung am Fuße des Schwartenbergs erwärmte.

Mit einem ostdeutschen Schaustück der Fahrzeuggeschichte rollte Andreas Fischer heran. "Das ist mein Schwungradauto", stellte der Freitaler lachend seinen Eisenacher 313-er Wartburg auf dem Schlossvorplatz ab. "Der Dreizylinder Zweitakter ist bissel durchzugschwach, also nutze ich entschlossen die Abfahrt, um die kommende Auffahrt wieder flott hinauf zu kommen." Sein aus dem Jahr 1960 stammender Oldtimer gehört zu einer Serie, von der seinerzeit nur 469 Stück gebaut worden waren. "Heute rollen vielleicht noch 150." Der Sachse machte deutlich, dass die Tour alles andere als eine Kaffeefahrt ist. "Da ist viel sportlicher Ehrgeiz im Spiel. Es geht nicht ums Höchsttempo, vielmehr ist bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen eine Portion Gespür im Fuß gefragt. Es gibt Tempo- beziehungsweise Zeitlimit-Vorgaben, in deren Bereich man sich einfinden sollte, sonst setzt es Strafpunkte."

Von Cämmerswalde war Dietmar Hänig auf seinem betagten Zweirad, eine Suhler Simson herbeigeschnurrt. Als Motorsportfreund wollte er die Vierrad-Akteure besuchen und einige der Raritäten in Augenschein nehmen. "Mein Maschinchen Baujahr 1958 habe ich auf einem Bauernhof gefunden, habe sie flott gemacht." Nach Neuhausen steuert der Erzgebirger nun das Oldtimertreffen am 3. Oktober auf dem Schellenberg in Augustusburg an.

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