Ostalgie vom Trecker bis zum Kinderwagen

Zum dritten Ostblocktreffen in Mönchenfrei kamen am Sonntag etwa 400 Besucher. Viele schwelgten in Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Mönchenfrei.

Es wimmelte von Besuchern und Ausstellern am Sonntag zum dritten Ostblocktreffen auf dem Gelände des Sporthotels Mönchenfrei. Fahrzeuge aus vergangenen Jahrzehnten waren erneut die Stars auf dem Areal. Parallel dazu lud das Hotel zum Oktoberfest ein.

"Die Idee zu dem Treffen kam uns vor drei Jahren bei einer Runde Bier, wir wollten eine Veranstaltung organisieren, bei der Fahrzeuge der unterschiedlichsten Typen aus DDR-Zeiten gezeigt werden", erzählte Organisator Erik Schubert. Dass das Konzept erfolgreich ist, bewiesen die rund 400 Besucher und die etwa 150 ausgestellten Fahrzeuge. Neben Trabant, Moskwitsch, Lada und Wartburg waren zahlreiche Traktoren, Landmaschinen, Minicampinganhänger, aber auch Zweiräder und ein Schützenpanzer gekommen. Familie Siegel aus Langenau stellte den inzwischen selten gewordenen 35-Lanz Bulldog vor. Die Organisatoren freuten sich auch über die 40 gezeigten Zweiradfahrzeuge.

Die Außenseiterin unter den Ausstellern war Jacqueline Bechler aus Großhartmannsdorf. Sie hatte ein Dutzend ihrer rund 50 gesammelten Kinderwagen mitgebracht. "Ich habe einen kleinen Betrieb zur Restaurierung von Kinderwagen", erzählt die Unternehmerin. Ihr ältestes Fahrzeug sei ein Kinderwagen der Firma Naether aus Zeitz aus dem Jahr 1880. Besonders beliebt seien tschechische und ungarische Wagen gewesen, die über den Rädern eine zusätzliche Federung besaßen. Ab 1960 habe man dann auch zusammenklappbare Kinderwagen hergestellt, denn die mussten in die Autos passen. Weil die modernen Kinderwagen heute nicht nur teuer, sondern auch nicht so haltbar und vom Innenraum viel kleiner seien, kämen viele Kunden zu Jacqueline Bechler, um einen alten Wagen wieder zu rekonstruieren.

Eric Schiffel hatte einen Mähdrescher vom Typ E 524, Baujahr 1990 mitgebracht, der auch heute noch zur Bewirtschaftung seiner Felder in Großhartmannsdorf im Einsatz ist. "Es macht richtig Spaß, da oben zu sitzen und das Fahrzeug zu lenken", schwärmte der junge Mann.

Aus Niederschöna hatte Fritz Walter einen Schützenpanzer BM P1 mitgebracht. Das Kettenfahrzeug ist im Familienbesitz und begeistert durch seine Mechanik. Es sei aber nur etwas für Liebhaber, denn der Dieselverbrauch des 13,5 Tonnen schweren Fahrzeugs liege bei 125 Litern pro 100 Kilometer. "Um es zu erwerben, musste ein ganzer Stapel an Genehmigungen eingeholt und das Teil entmilitarisiert werden", erklärte Fritz Walter. Mit dem Besuch der Veranstaltung zeigten sich die Organisatoren zufrieden. "Wir werden so ein Treffen wiederholen, müssen die Arbeit nur noch mehr verteilen, sonst ist das nicht mehr zu schaffen", schätzte Erik Schubert ein.

www.freiepresse.de/fotogalerie

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