Pakete unterschlagen und Leute beleidigt

51-Jährigem werden sechs Straftaten zur Last gelegt: Freiheitsstrafe verhängt

Freiberg.

Am Ende der drei Verhandlungstage waren sich der Vorsitzende Richter Sven Scheele und Staatsanwalt Detlef Zehrfeld einig: Der Angeklagte ist schuldig der Unterschlagung in vier und der Beleidigung in zwei Fällen. Das Urteil: Ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe, keine Bewährung. Außerdem wird der Wert der vom Verurteilten unterschlagenen und nicht mehr vorhandenen elektronischen Kommunikationsmittel in Höhe von insgesamt 6477 Euro bei ihm eingezogen, ebenso die noch aufgefundenen Geräte. Das Urteil besitzt bisher keine Rechtskraft, es kann innerhalb einer Woche durch Berufung angefochten werden.

Das Gericht und der Staatsanwalt zeigten sich nach der Anhörung zahlreicher Zeugen davon überzeugt, dass der Angeklagte, der als Kraftfahrer tätig war, in der letzten Juniwoche 2017 viermal Handys und andere Geräte aus den ihm zum Transport anvertrauten plombierten Behältern entnommen hat, um sie für sich zu behalten. Infolge mangelnder Kontrolle und begünstigt durch den zeitgleichen Ausfall eines entsprechenden Computersystems sei es für ihn recht einfach gewesen, die Geräte zu erlangen. Eine Vielzahl von Indizien weise eindeutig auf die Täterschaft des Mannes hin, so die Juristen. Aussagen einiger Zeuginnen und Zeugen ließen ebensolche Rückschlüsse zu. Die Tatsache, dass beim Angeklagten und bei seinem Sohn aufgefundene Geräte anhand ihrer Codes den verlorenen Sendungen exakt zugeordnet werden konnten, tat ihr Übriges zur Wahrheitsfindung.

Die beiden Beleidigungen konnten durch die zweifelsfreien Aussagen der Betroffenen, einer jungen Frau und eines Polizeibeamten, bewiesen werden. Der bereits elfmal wegen Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung und anderer Gesetzesverstöße vorbestrafte Angeklagte hatte von Beginn an sämtliche ihm vorgeworfenen Taten bestritten und behauptet, die bei ihm gefundenen Geräte im Internet gekauft zu haben, entsprechende Belege dafür jedoch nicht mehr zu besitzen. Ansonsten nutzte er sein Aussageverweigerungsrecht. Ihm im Vorfeld auferlegte Geldstrafen hat er nie beglichen. Sie wurden in das jetzt gesprochene Urteil einbezogen.

Aktenzeichen 1 Ds 720 Js 40343/17

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