Pama zieht Kopf aus Schlinge

Der Freiberger Spezialist für Papiermaschinen war im Frühjahr ins Schlingern geraten. Die Führungs-spitze steuerte mit einem Sanierungskurs dagegen an - offenbar mit Erfolg.

Freiberg.

Die Produktion lief ungehindert weiter und niemand verlor seinen Arbeitsplatz: Die Pama Paper Machinery GmbH aus Freiberg zieht nach wirtschaftlichen Turbulenzen die Schlinge offenbar aus eigener Kraft aus den Kopf. Die Gläubiger haben jetzt dem Insolvenzplan zugestimmt. Grünes Licht genauso vom Chemnitzer Amtsgericht. Für Erik Lippert, dem geschäftsführenden Geschäftsführer des gut 60 Mitarbeiter zählenden Mittelständlers, ein "entscheidender Schritt" bei der Sanierung des Unternehmens.

Im Frühjahr hatte der Unternehmenslenker aus Österreich die Reißleine gezogen und beim Amtsgericht einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Das heißt: Der Anlagenbauer verwaltet sich weiterhin selbst und wird nur von einem gerichtlich bestellten sogenannten Sachwalter geprüft. Dass es seither gemeinsam gelang, den Geschäftsbetrieb und die Produktion unverändert weiterzuführen, ist für Rechtsanwalt Dirk Herzig "keine Selbstverständlichkeit". Da die Freiberger ein Spezialist sind - mit den Maschinen von Pama kann Papier für Teebeutel genauso hergestellt werden wie für Banknoten -, ist das Geschäft laut dem Sachwalter stark von Projektaufträgen abhängig.

Doch die Auftragslage war im Frühjahr nicht der Grund für die Schieflage. Im Gegenteil: Das Werk war, wie Lippert damals erklärte, ausgelastet. Zudem: In den vergangenen Jahren lag der Umsatz jeweils zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Schuld an der Misere sind Unternehmensangaben zufolge "vertraglich aufgebürdeten Verpflichtungen des Altgesellschafters".

2015 hatte Lippert mit der Pama einen Neustart gewagt. Die frühere Pama Papiermaschinen GmbH gehörte bis Juni 2015 der österreichischen Kresta Industries, die Mitte 2016 insolvent ging. Da die Freiberger Gesellschaft von 2015 bis 2017 durch ein Großprojekt in einem Konsortium mit der Kresta geschäftlich verbunden war, wirkte sich die Pleite auch auf die neue Pama aus.

Nun will Lippert ein neues Kapitel in der Firmengeschichte, die bis ins Jahr 1855 zurückreicht, aufschlagen. Fachkräfte für die "vielen anstehenden Aufgaben" sucht er bereits. Für den Firmenchef ist der aktuell beschrittene Weg der richtige. Mit dem Sanierungsspezialisten Dr. Christian Matiebel wurden interne Prozesse und Strukturen optimiert. "Ich freue mich über den erfolgreichen Verlauf der Eigenverwaltung", sagt Lippert. Kunden und Lieferanten hat das Konzept anscheinend überzeugt. Diese hätten zu der Pama gestanden, erklärt Lippert. Auch die Mitarbeiter seien mit "viel Herzblut und Engagement" bei der Sache. Und so hofft der Unternehmenslenker, dass binnen der nächsten vier Wochen das Insolvenzverfahren vom Gericht aufgehoben wird.

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