Papst zieht keine Massen an

Eine Vortragsreihe über Franziskus bewerten die Organisatoren als Erfolg. Denn die Debatten seien erhellend gewesen.

Freiberg.

Die Anzahl der Gäste blieb mit rund 100 bei drei Veranstaltungen überschaubar. Trotzdem haben die Organisatoren der ökumenischen Fastenzeitreihe der Katholischen Akademie und der Evangelischen Domgemeinde, die sich mit Papst Franziskus beschäftigte, ein positives Fazit gezogen. Schließlich schätzen die Macher die Einblicke in das Pontifikat des Kirchenoberhaupts und die Deutungsversuche der Referenten als erhellend und die Diskussionen als anregend ein.

Franziskus sei einer, der provoziert und polarisiert - mit seinen Gesten, seinen Schreiben und Worten. Er sei auch einer, der aussöhnt und zusammenführt, erklären die Organisatoren. Das hätten die Referenten in Freiberg deutlich gemacht. Um unkritischen Personenkult ging es nicht. Auch der sexuelle Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche wurde angesprochen. "Es ist uns wichtig, auch tagesaktuelle Themen nicht unberücksichtigt zu lassen", sagt Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold. So hätte etwa der Zeit-Journalist Raoul Löbbert die fehlende Sensibilität des Papstes hinsichtlich des Missbrauchsgipfels vom Februar kritisiert.

Torsten Kleditzsch

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"Die Reformen, die er im Kleinen wie im Großen angestoßen hat und die als unumkehrbar eingestuft wurden, sind aus lutherischer Sicht gerade im Hinblick auf die Ökumene sehr zu begrüßen", sagt Dompfarrer Urs Ebenauer. Und Jonas Lietz, Referent der Katholischen Akademie, bemerkt: "Der Papst macht es einem nicht leicht, sich ein umfassendes Urteil über ihn zu bilden. Das haben wir deutlich erkennen können." Daher bleibe es weiter spannend, wie sich das Pontifikat von Franziskus weiterentwickeln wird. "Was wird er als Impulsgeber anstoßen? Werden sich Kardinäle und Bischöfe von seinem Schwung anstecken lassen?", fragt sich Lietz. "Klar ist, dass sich eine weltweite Kirche regional unterschiedlich schnell bewegt." (acr)

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