Polizeichef Uhlmann: Kreisstadt ist sicherer geworden

Der Leiter des Reviers Freiberg verweist auf eine sinkende Anzahl von Straftaten. Eine neue Allianz soll helfen, diese Tendenz zu sichern.

Freiberg.

Die Zahlen sind eindeutig: Im vergangenen Jahr hat es in Freiberg fast 150 Straftaten weniger als im Jahr zuvor gegeben. "Damit setzt sich der seit 2015 anhaltende Trend fort", kommentiert Jens Uhlmann als Leiter des Polizeireviers Freiberg die Fallzahlen. Allerdings, schränkt der Polizeioberrat zugleich ein, besage die Statistik nichts über das persönliche Empfinden des einzelnen Bürgers: "Das individuelle Sicherheitsempfinden steht auf einem anderen Blatt."

Deutlich rückläufige Fallzahlen verzeichnet die Polizei beispielsweise bei einfachen Diebstählen. Dazu zählen beispielsweise Ladendiebstähle. Waren 2017 noch 556 derartige Delikte angezeigt worden, so gab es voriges Jahr noch 475 solche Vorkommnisse. Auch bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität (2017: 302 Fälle/2018: 241 Fälle), der Betrügereien (324/256) und der Sachbeschädigungen wie Graffiti (366/332) kann Uhlmann Erfolge vermelden.


Die Straßenkriminalität insgesamt - dazu zählen alle Straftaten im öffentlichen Raum - sei 2018 um zwölf Prozent auf 519 Fälle gesunken. Die ausländerrechtlichen Verstöße schrumpften von 57 Straftaten im Jahr 2017 auf 16 Fälle im vergangenen Jahr.

Zugenommen hat laut Uhlmann dagegen die Anzahl der Einbrüche. Waren 2017 noch 466 Diebstähle unter erschwerenden Umständen - zu dem polizeilichen Oberbegriff gehört beispielsweise auch das Aufbrechen von Kraftwagen und Automaten - angezeigt worden, so gab es 2018 immerhin 558 Fälle. Die Ermittlungen hätten inzwischen zu einer Bande von drei Asylbewerbern geführt, die sich an Autos zu schaffen gemacht haben sollen. Für die Beschädigung von Automaten für Park- und Toilettengebühren sei ein deutscher Tatverdächtiger ins Visier geraten.

2018 habe es darüber hinaus 57mehr Anzeigen wegen Körperverletzung gegeben als ein Jahr zuvor. Die 286 Fälle im vergangenen Jahr resultieren für den Polizeioberrat auch aus einer zunehmenden Emanzipation unter Frauen mit Migrationshintergrund: "Sie lassen sich häusliche Gewalt nicht bieten und gehen zur Polizei."

Die Serie von Brandstiftungen - 2017 war 14-mal und 2018 war 18-mal gezündelt worden - ist vermutlich gestoppt. Vorige Woche hatte das Amtsgericht Chemnitz Haftbefehl gegen einen 71-Jährigen erlassen, der im Fürstenbusch im Norden der Kreisstadt sein Unwesen als Feuerteufel getrieben haben soll.

Für die vergleichsweise vielen Delikte im Jahr 2015 macht der Freiberger Polizeichef vor allem Intensivtäter aus Asylbewerberkreisen, reisende Tätergruppen beispielsweise aus Osteuropa und Straftaten aus Versammlungen heraus verantwortlich. 2016 habe es relativ viele Einbrüche gegeben. Neben der Ermittlungsarbeit und den Kontrollen durch die Polizei hat an der positiven Entwicklung seither laut Ullmann auch der Anfang 2016 ins Leben gerufene Stadtordnungsdienst seinen Anteil. Die Zusammenarbeit mit der Stadt - seit 2004 besteht eine Sicherheitspartnerschaft - soll in der "Allianz Sichere Sächsische Kommunen" ausgebaut werden. Dabei sollen unter anderem mit Fördermitteln des Freistaats lokale Präventionsstrukturen etabliert werden.

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