Prädikat spitze - in der Schule und im Schwimmbecken

An den Gymnasien in Brand-Erbisdorf und Freiberg haben 2019 drei junge Frauen ihr Abitur mit der Note 1,0 abgeschlossen. "Freie Presse" stellt sie vor: Heute Nina Peuker aus Freiberg.

Freiberg.

Die festliche Abschlussfeier vor wenigen Tagen in der Nikolaikirche war für Nina Peuker ein Höhepunkt ihrer Schulzeit. "Es war eine sehr schöne Veranstaltung, die ich nicht vergessen werde", sagt die 17-jährige Freibergerin. Sie nahm an diesem Tag nicht nur ihr Zeugnis, sondern ebenso ein MINT-Zertifikat - eine Auszeichnung für besondere Leistungen auf den Gebieten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - in Empfang.

Zudem durfte sich die junge Frau in das Goldene Buch der Schule eintragen. Denn Nina Peuker war unter den 83Abiturienten des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in diesem Jahr die Einzige, die die Note 1,0 auf ihrem Zeugnis stehen hat.


"Ich war mir sicher, dass ich ein sehr gutes Abitur schaffen kann, aber 1,0 hatte ich dann doch nicht erwartet", sagt die 17-Jährige. Als sie nach den mündlichen Prüfungen ihren Durchschnitt verglichen und mitgerechnet hatte, dass sie doch so erfolgreich ist, habe sie sich natürlich sehr gefreut.

Die Naturwissenschaften liegen der Schülerin besonders. Seit der 3.Klasse nahm Nina Peuker fast jedes Schuljahr an der Mathematik-Olympiade teil und schaffte es immer bis zum Kreisausscheid. Insgesamt seien aber oftmals immer ein bis zwei Schüler aus ihrer Klasse besser gewesen als sie, erinnert sie sich schmunzelnd.

Dass Nina ehrgeizig ist und kämpfen kann, bewies sie auch acht Jahre lang im Schwimmbecken. Drei bis vier Trainingseinheiten in der Woche und Wettkämpfe an den Wochenenden bewältigte sie neben den Anforderungen des Schulalltags. "Das war schon anstrengend. Aber das Schwimmen hat mir unheimlichen Spaß gemacht. Ich habe dadurch viele positive Charaktereigenschaften erworben", meint Nina Peuker. Da sie auch als Schwimmerin recht erfolgreich war, sei sie gern zum Training und zu den Wettkämpfen gegangen.

In der 9. Klasse musste sie wegen einer Schulterverletzung ihre leistungssportliche Laufbahn im Nachwuchsbereich allerdings beenden. Fortan ging sie nur noch einmal in der Woche ins Johannisbad trainieren, und auch die Anzahl der Wettkämpfe sank merklich. "Natürlich hatte ich dann mehr Zeit für die Schule. Gelernt habe ich am Nachmittag für die anstehenden Klausuren", erzählt sie. Und sie verrät auch ihre Methode für die Wissensaneignung: "Ich habe auf dem Laptop einen Film angeschaut, der Hefter lag daneben. Da war es leichter für mich, zu lernen."

Die Schule sei für sie ein Lebensabschnitt gewesen, der ihr viel gegeben habe. "Jedes Schuljahr war interessant und abwechslungsreich", sagt die junge Frau. In den zwölf Jahren habe sie viel gelernt, nicht nur in, sondern auch außerhalb der Schule. "Ich weiß, dass ich meinen Lehrern und vielen anderen Menschen sehr viel zu verdanken habe", sagt sie. Mit ihren engsten Freunden werde sie auch nach der Schulzeit Kontakt halten, sagt Nina Peuker, die im September ihren 18. Geburtstag feiert.

Unter den Schulstress will sie jetzt erst einmal einen Punkt setzen. Anfang August geht die junge Frau für ein halbes Jahr nach Buenos Aires in Argentinien, wo sie einen freiwilligen Dienst absolviert. Deshalb sitzt sie doch noch einmal kurz auf der Schulbank und lernt die spanische Sprache. Wo sie es nach diesem halben Jahr hinzieht, weiß die Freibergerin noch nicht. Sie werde sich auf jeden Fall neue Herausforderungen suchen, sagt sie selbstbewusst.

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