Preiswerte Idee: Biogasanlagen für Familien in Kenia

Zum achten Mal hat das Gründernetzwerk Saxeed an der TU Bergakademie Freiberg Ideen von Studenten und Mitarbeitern der Ressourcenuniversität ausgezeichnet. Den Siegern soll das neuen Schub verleihen.

Freiberg.

Aus kleinen Ideen können mitunter große Geschäftsmodelle werden, und aus einer Gruppe von Tüftlern eine innovative Firma mit Erfolg am Markt. Um solche Entwicklungen zu unterstützen, lobt das Gründernetzwerk Saxeed an der TU Bergakademie Freiberg seit einigen Jahren einen Mini-Ideenwettbewerb aus. Am Donnerstag wurden an der Neuen Mensa die drei besten Projekte ausgezeichnet.

Von Mitte Mai bis zum 30. Juni war Zeit gewesen, Vorschläge einzureichen. "Genau 20 Ideen haben uns in diesem Jahr erreicht", sagt Rocco Haustein, Standortbetreuer von Saxeed. "Aus denen hat eine vierköpfige Jury die drei besten ermittelt."

Mehrere Kriterien spielten dabei eine Rolle. Beispielsweise die Frage, inwieweit die Idee auch wirklich neu ist. Auch die Umsetzbarkeit wurde durchleuchtet. Entscheidend war aber am Ende besonders die Markttauglichkeit. "Grundlage jeder Idee ist, ob es dafür auch einen Kunden gibt", führte Gründerbetreuer André Uhlmann aus. "Wenn diese Frage positiv beantwortet werden kann, ist die Basis für eine Gründung gegeben."

Der Drittplatzierte des achten Mini-Ideenwettbewerbes, Student Christian Schleife, findet deshalb seine Projekte vor allem im Alltag. Er bewarb sich mit zwei Ideen, von denen es die Schlafbox in die Wertung schaffte. Völlig neu ist der Gedanke nicht, eine Box zu entwickeln, in der man sich, zwecks eines gesunden Schlafes, von der Außenwelt abschotten kann. Doch fügte er ein paar Neuheiten hinzu. "Das Besondere ist die aktive Geräuschdämmung", erläutert Schleife. "Außerdem ist man darin abgeschirmt gegen elektromagnetische Strahlung." Zudem gibt es einen Schwingungsausgleich.

Für die TU Bergakademie eher untypisch wirkt auf den ersten Blick die zweitplatzierte Idee. Patrick Henkel und Manuel Walisser entwickelten ein Fast-Food-Konzept basierend auf Tapioka, einer geschmacksneutralen Stärke, die aus Maniok gewonnen wird. Den daraus geschaffenen Teig, auf beiden Seiten angebraten, kann man mannigfaltig belegen und er ist gesünder als viele der anderen Speisen, die angeboten werden. Schon jetzt habe man Kontakte nach Brasilien, wo Maniok auf einer Farm angebaut wird. Teil des Konzeptes sei der faire Handel.

Den Sieg des achten Mini-Ideenwettbewerbs trug das Team Enactus der TU Bergakademie davon. Mit dem Projekt "Fairment" sollen in den besonders armen Regionen Kenias mehrere Probleme gelöst werden. Familien können ihre eigene, einfach konstruierte Biogasanlage ans Haus bekommen.

Dieses Prinzip wird in der Landwirtschaft schon weltweit angewandt. Neu an der Idee von Antonia Helf, Studentin für Verfahrenstechnik, und ihrem Team ist die Flexibilität. "Die Größe ist variabel", erläutert Helf. "Wir können sie stets an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen." Grundlage ist Kuhmist, der mit Mikroorganismen angereichert wird. "Hinzu kommen dann die menschlichen Fäkalien", wie Antonia Helf weiter erklärt. Damit werde nicht nur Gas für die Kochstellen erzeugt, sondern auch zur besseren Hygiene beigetragen. 

André Uhlemann begründete die Preisvergabe damit, dass man dem Projekt einen weiteren Schub verleihen wollte. Der Sieger nimmt am Inkubatorprogramm von Saxeed teil, und erhält ein symbolisches Startkapital in Höhe von 100 Euro, gestiftet vom Technologiegründerfonds Sachsen.

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