Prozess: Hat Opa Enkelin missbraucht?

Freiberger muss sich vor Landgericht verantworten

Chemnitz/Freiberg.

Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Chemnitz unter Vorsitz von Richter Michael Mularczyk hat gestern der Prozess gegen einen 69-jährigen Freiberger begonnen, dem die Staatsanwaltschaft schweren sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Kindes vorwirft.

Staatsanwaltschaft Marita Recken klagte ihn an, im Zeitraum von Herbst 2014 bis Februar 2017 seine im Jahre 2007 geborene Enkeltochter insgesamt elfmal sexuell missbraucht zu haben. Während der Schulferien habe sich das Kind regelmäßig in der Wohnung seines Großvaters aufgehalten. Ebenso regelmäßig habe er sich ihm in sexueller Absicht genähert. So habe er es wiederholt aufgefordert, seine oder ihre eigenen Geschlechtsteile zu massieren. In einigen Fällen habe er das selbst getan.

Mehrmals habe er sogar versucht, seinen Penis in ihren Körper einzuführen. Das sei ihm zuweilen auch gelungen. All das habe er gemacht, um sich sexuell zu erregen, wie es weiter in der Anklage hieß.

Der Angeklagte sagte nichts zu den Tatvorwürfen, hatte aber sein Einverständnis mit einer Erklärung seines Verteidigers gegeben. Der Anwalt erklärte, die schwierige Familiengeschichte der Tochter des Angeklagten und deren Töchter müsse bei der Beurteilung des Geschehens eine Rolle spielen. Ein Großteil der Familie könne die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Das betroffene Mädchen sei immer gerne zu seinem Opa gegangen. Sie habe ihm bei jedem Besuch kleine Geschenke mitgebracht. Übernachtet habe sie allenfalls zwei- bis dreimal im Jahr.

Die Mutter des Kindes hatte im März 2017 den Opa angezeigt. Voraus gegangen war ein Streit zwischen der Geschädigten und deren Schwester, bei dem es um sexuelle Aspekte gegangen sei. Auf Nachfrage habe sich das Kind der Mutter offenbart. Unter anderem sei von ihm behauptet worden, Analverkehr mit seinem Opa gehabt zu haben. Der Vater des Mädchens, seit Jahren von dessen Mutter getrennt lebend, sagte, er habe von all den Vorwürfen durch seine Frau erfahren, selbst aber nichts davon bemerkt.

Der Prozess gegen den Freiberger wird fortgesetzt. (jher)

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