Rathauschef wünscht sich Verlässlichkeit

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Auf ein Neues: Für die Bewältigung der Coronakrise ist Oberschöna auf eine gute Zusammenarbeit mit höheren Behörden angewiesen, sagt Bürgermeister Rico Gerhardt.

Oberschöna.

Für seine Gemeinde Oberschöna hat Bürgermeister Rico Gerhardt zwei große Wünsche. Der CDU-Politiker hofft angesichts sinkender Infektionszahlen in der Coronapandemie auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Und er würde sich über eine verlässlichere Zusammenarbeit mit übergeordneten Behörden freuen: "Nicht nur mit einzelnen Mitarbeitern."

So streite die Gemeinde derzeit mit der Landesdirektion über die Abwasserabgabe für eine Kläranlage in Kleinschirma. Erst habe es geheißen, so der Rathauschef, Anlagen für weniger als 50 Einwohner blieben abgabenfrei. Dann aber sei der vierstellige Betrag trotzdem gefordert worden: "Hier wünsche ich mir mehr Verlässlichkeit in den Absprachen und weniger Gedächtnisschwund."

Die Unstimmigkeit ist gegenwärtig aber bei weitem nicht die größte Sorge des Gemeindeoberhaupts: "Wir wollen das Jahr möglichst gut überstehen." Er rechne mit deutlich weniger Steuereinnahmen als in den Vorjahren, blickt Gerhardt voraus. Der Lockdown mache vielen Gewerbetreibenden schwer zu schaffen, auch wenn Coronahilfen angekündigt seien.

Dabei habe die Gemeinde auch erfahren müssen, wie gefährlich das Virus sei und wie schnell es übertragen werden könne: "Vor Weihnachten hatten wir voriges Jahr in unseren fünf Kindertagesstätten und der Grundschule richtig Probleme." Der Hort und zwei Kitas mussten wegen Infektionen und Quarantäne-Anordnungen zeitweilig schließen.

Gleichwohl habe sich in der Krise auch gezeigt, dass die Gesellschaft an dieser Stelle funktioniere, urteilt der Rathauschef: "Familien und Nachbarn helfen sich in der Regel gegenseitig - nicht nur in Oberschöna." Auch die Kirche und Vereine gäben Unterstützung: "Das berührt einen schon."

Ein erster Höhepunkt in diesem Jahr steht am Sonnabend an: die Freiwillige Feuerwehr Oberschöna stellt ihr neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 in Dienst. Der Gemeinderat hatte im November 2019 die 380.000 Euro teure Anschaffung beschlossen. Sie soll ein Löschfahrzeug LF 16 aus dem Jahr 1988 ersetzen. Das über 30 Jahre alte Auto erhalte bald keine Zulassung mehr, hieß es. 129.000 Euro sind als Fördermittel gewährt worden.

Knapp 135.000 Euro Zuschuss erhält die Gemeinde auch für die Sanierung der Schulturnhalle in Oberschöna, die in dieser Woche weitgehend abgeschlossen werden soll. "Die Montage der Prallwände konnte in der vergangenen Woche noch nicht vollendet werden, weil ein Mitarbeiter der Fachfirma coronabedingt ausgefallen ist", erklärt der Bürgermeister. Danach seien noch Metallbau- und Elektroarbeiten zu erledigen; diese würden aber den Sportunterricht - so er in geschlossenen Räumen wieder gestattet werde - nicht beeinträchtigen. Die Arbeiten dienen dazu, die Verletzungsgefahr für die Kinder zu reduzieren. Der Gemeinderat habe dafür ein Budget von 255.000 Euro bewilligt, so Gerhardt: "Das werden wir aber nicht ausreizen."

Ein großer Posten im Haushalt ist auch die computertechnische Aufrüstung der Grundschule im Digitalpakt Schule. Für gut 130.000 Euro werden unter anderem das Datennetz in der Bildungsstätte ausgebaut und Laptops für Schüler und Lehrer angeschafft. Ein Problem bleibe vorerst aber der langsame Internetanschluss der Schule, so Gerhardt: "Wir hoffen, dass sich da dieses Jahr etwas tut. Die Telekom wollte ursprünglich schon 2020 im ganzen Dorf schnelles Internet anbieten."

Auf der Liste der Vorhaben für dieses Jahr steht auch der erste Bauabschnitt der Straße An der Striegis im Ortsteil Bräunsdorf. In Summe wird hier mit Kosten von schätzungsweise 180.000 Euro gerechnet. Die Planung sei vergleichsweise aufwendig, erläutert der Bürgermeister, da dabei auch die Entwässerung der parallel verlaufenden Straße Niedere Reihe zu bedenken sei.

In Bräunsdorf soll 2021 auch die zweite Hälfte des Dachs auf dem Vereinshaus erneuert werden. Geschätzte Kosten: 55.000 Euro. Der erste Teil des Dachs war bereits vor ein paar Jahren erledigt worden. In dem Ortsteil wird gegenwärtig in Regie des Sportvereins auch die Turnhalle am ehemaligen Kinderheim hergerichtet.

Für den Ausbau des Sportlerheims in Oberschöna reiche der örtliche Sportverein einen Förderantrag ein. Hier werde mit Kosten von 160.000 Euro gerechnet; 32.000 Euro steuere die Gemeinde bei.

Ein Dauerbrenner sind auch die Brücken in der Gemeinde. Mehrere der Bauwerke sind in einem bedenklichen Zustand und weisen Schäden auf. "Hier sind wir davon abhängig, dass wir Fördermittel für eine Sanierung oder einen Ersatzneubau erhalten", sagt das Gemeindeoberhaupt.

Wenn die eingangs ersehnte Normalität zurückkehrt, gibt es einiges nachzuholen - darunter auch Feste und Jubiläen. So etwa die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Wegefarth. "Das Wichtigste ist, dass alle gesund bleiben. Auch wirtschaftlich", betont der Rathauschef.

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