Rechtsanwalt übt Kritik an Protestaktion

Eckert: Ortsumgehung ist dringend notwendig

Freiberg.

Auf Unverständnis ist die jüngste Protestaktion von Naturschützern gegen die Freiberger Ortsumgehung bei Rechtsanwalt Udo Eckert (Foto) gestoßen. Teilnehmer der Landesdelegiertenversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten am 18. März auf dem Obermarkt in Freiberg gegen die geplante Ortsumgehung protestiert.

"Ich kann es nicht nachvollziehen, wie verständige Leute, die auch nur einigermaßen Faktenkenntnis haben und guten Willens sind, die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße für die B 101 und die B 173 um Freiberg herum bestreiten können", sagt Eckert, der als Rechtsanwalt in Freiberg arbeitet und darüber hinaus als ehrenamtlicher Bürgermeister in der Gemeinde Weißenborn fungiert.

Wer wie er seinen Arbeitsplatz in Freiberg nur durch ein Fenster von der Bundesstraße entfernt habe und in den Hauptverkehrszeiten dort seine Arbeit verrichte, "während jede Minute mehrere Lkw in beiden Richtungen am Fenster vorbeidonnern und -stinken", wer von 8 bis 18Uhr kein Fenster öffnen könne, "weil er sein eigenes Wort nicht verstünde", der könne "diese angeblichen Molch- und Fledermausschützer nur kopfschüttelnd und wütend bedauern." Eckert: "Wie viele von den Landesgrünen haben sich vor der Demo auch nur fünf Minuten an die Bundesstraße gestellt, damit sie überhaupt wissen, wovon sie reden?" Wobei das an einem Samstag auch nicht viel genützt hätte.

Wer wie er häufig den Autobahnzubringer nach Siebenlehn benutze und bis zu 45 Minuten für 22Kilometer hinter Holztransporten und Tanklastern herumbummeln müsse, der könne es "gut verstehen", dass Leute, die weit weg vom reellen Geschehen leben, mehr um Fledermäuse besorgt sind als um das Wohl der Menschen. Es sei bedauerlich, so Eckert, "dass der Gesetzgeber diesen Leuten Argumente in die Hand gibt, die die Gesundheit der Menschen gefährden".

Aktuell läuft eine Klage des BUND gegen die Planfeststellung des Ostteils der Trasse. (bk)

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1Kommentare
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    3
    Juri
    29.03.2018

    Danke lieber Herr Eckert für Ihre Zeit. Danke, dass Sie sich als "Nichtfreiberger" so für unsere Stadt einsetzen. Schade nur, dass weder Sie noch andere vernünftige Menschen auch dieses Mal nicht gehört werden - wollen.
    Ich war noch Kind, das war Ende der Fünfziger, da wurden im Heimatkundeunterricht, so hieß das damals, erste Gedanken für eine Umgehung vorsichtig formuliert. Bereits damals, als man hier und da sogar noch Pferdegespanne im Stadtbild sah, hatten weitblickende Freiberger festgestellt, dass eine Stadt, in welcher sich mitten drin zwei Bundesstraßen kreuzen, irgendwann einmal vom zunehmenden Straßenverkehr befreit werden muss. Mir war das einleuchtend und seitdem warte ich auf die Vernunft meiner Mitbürger. Es geht aber schon lange nicht mehr um Vernunft.
    Es geht um Machtgerangel, um Rechthaberei, um Politik mit peinlichen, narzisstischen Zügen. Es gibt kein vernünftiges Argument, die Umgehung nicht zu bauen.
    Ich würde es so machen wie die Dresdner mit ihrer Waldschlösschenbrücke. Einfach bauen, weil es den Menschen dient und dabei mit ein wenig Mehraufwand, die Schöpfung keinen Schaden nimmt. Pasta!



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