Reinigungstrupp zieht durch die "Terra mineralia"

150 Vitrinen der weltweit einzigartigen Mineralienschau werden derzeit auf Hochglanz poliert. Der Start des 13. Ausstellungsjahres muss indes warten.

Freiberg.

Wasser und Fit sind derzeit bevorzugte Arbeitsutensilien in der weltweit geschätzten Ausstellung "Terra mineralia" in Freiberg. Doch nicht die im Schloss Freudenstein glitzernden Sammlungsstücke gilt es aufzuhübschen. Martin Zeller und Kollegen einer Freiberger Reinigungsfirma polieren die 150 mächtigen, die Edelsteine und Minerale aufnehmenden Schauvitrinen.

"Klassische Hausmittel bewähren sich auch für die modernen Schaukästen. Einmal im Quartal steht diese Putzarbeit an. Dabei werden nicht nur die Außenflächen gereinigt, sondern auch die Innenseiten", erklärt Michael Gäbelein, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Mineralogie der TU Bergakademie. Dabei agiert der Assistent des Geschäftsführers der Sammlung mit den Gebäudereinigern Hand in Hand, öffnet mit Spezialschlüsseln die Show-Boxen. "Zwar staubdicht gebaut, dringen dennoch auf Dauer feinste Partikel in die Vitrinen ein. Vor allem durch die Wärmeentwicklung der Beleuchtung entsteht der Feinstaub innerhalb der Schaumöbel", sagt der Freiberger und fügt hinzu, dass zweimal im Jahr turnusgemäß die Innenfenster der Räume sowie einmal deren Außenseiten gereinigt werden.

Rund 3500 Exponate werden im Schloss Freudenstein der Öffentlichkeit vorgestellt, die in diesen Tagen coronabedingt außen vor bleiben muss. "Doch hinter verschlossenen Türen haben wir mit Monat März begonnen, die von uns erhoffte Ausstellungswiedereröffnung vorzubereiten", sagt der kommissarische Geschäftsführer der Mineralogischen Sammlungen der TU Bergakademie und Kustos Andreas Massanek. "Am 1. November 2020 hatten wir letztmals Besucher im Hause, haben zwischenzeitlich den Betrieb sogar ganz heruntergefahren und bis auf erforderliche funktionsbedingte Lichter alle Schaulampen ausgeschaltet. Mit den jetzigen Reinigungsarbeiten starten wir in unser 13. Ausstellungsjahr", misst Andreas Massanek dieser Zahl indes keine Bedeutung bei. "Aktuell werden auch Fußböden gereinigt und Systeme wie das der Lüftung gecheckt. Dazu zählt diesmal beispielsweise auch die alle fünf Jahre geforderte Kontrolle der ortsfesten Installationen. Im Zuge dieser unterziehen wir einige Hunderte Steckdosen einer Überprüfung, da sind wir auf einer Etage allein zwei Tage unterwegs."

Während die Ausstellungstätigkeit und der Lehrbetrieb in der Terra mineralia ruhen, wurde die wissenschaftliche Arbeit unbeirrt fortgeführt. "So gilt es etwa die Exponate zu sondieren, die uns von Leihgebern überlassen werden oder jene uns gestifteten Objekte zu erfassen und in die Sammlungen zu integrieren", so Andreas Massanek. Der zeichnet mit seinem Team auch für das benachbarte Krügerhaus, in dem die Dauerausstellung mit rund 1000 Mineralien deutscher Fundorte, sogenannte Stufen, gezeigt werden, verantwortlich. "Hier sind weitere 40 Vitrinen zu säubern, werden Elektrosysteme und Behindertenfahrstuhl gecheckt." Zugleich legen die Fachleute Hand an, bislang ausgestellte Exponate nach Ablauf der Ausstellungsfrist an ihre Leihgeber zurückzusenden und dafür neue Schaustücke zu platzieren. Zu den demnächst zu bestaunenden Objekten gehört eine imposante Mineralstufe aus dem Vogtland. Vorerst müssen sich Besucher indes noch mindestens bis 30. April gedulden. Bis dahin bleiben die Ausstellungen weiterhin geschlossen.

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